TeX Live 2008/2009, MiKTeX Portable, ScribTeX, MonkeyTeX, Zotero 2.0 beta, TeXMaker 1.9.1, TeXworks, LuaTeX beta 0.40.1, MetaPost 1.201, spanish, blindtext, typokurz 1.7, first-latex-doc, LaTeX-Podcast, EuroTeX 2009, Wolfram|Alpha

Karl Berry hat in der TeX-Live-Mailingliste klargestellt, daß bisher nur die Updates für TeX Live 2008 eingefroren worden seien. TeX Live 2009 sei hiervon nicht betroffen. Die Arbeiten für TeX Live 2009 seien noch gar nicht begonnen worden. Wer also noch ein Projekt zu TeX Live 2009 beitragen möchte, möge sich durch anderslautende Meldungen bitte nicht von der weiteren Arbeit abhalten lassen.

Christian Schenk hat unterdessen MiKTeX 2.8 Beta 3 Portable Edition veröffentlicht. MiKTeX Portable kann auf einem externen Laufwerk installiert werden, zum Beispiel auf einem USB-Stick. Auf dem Host-Rechner muß Windows 2000/XP/Vista/7 vorhanden sein. Der Einsatz von MiKTeX Portable benötigt keine Administrator-Rechte auf dem Rechner, an dem das Laufwerk gemountet wird, und hinterläßt dort auch keine Spuren. Die Konfiguration wird nur auf dem externen Laufwerk gespeichert, nicht in der Windows-Registry.

Die XeTeX-Seite der TeX Users Group ist von François Charette überarbeitet worden. Sie bietet nun eine Übersicht mit Links rund um XeTeX, einschließlich Hinweisen zu Blogs.

Bei Slashdot wurde vor kurzem die Frage durchaus kritisch diskutiert, wie man wissenschaftliche Dokumente, die in LaTeX verfaßt werden, in einer Gruppe gemeinsam bearbeiten könne. Weil (La)TeX mit reinen Textdateien arbeitet, bietet sich hierfür natürlich zunächst die Arbeit mit einer Versionsverwaltung wie CVS oder dessen Weiterentwicklung Subversion an (vgl. hierzu die ausführlichen Artikel von Joachim Schlosser, „Große Dokumente mit LaTeX – Versionierung, Varianten, Automatisierung und Änderungsverfolgung“, DTK 2/2007, S. 45ff., und „Dokumentenmanagement mit LaTeX und Subversion“ von Uwe Ziegenhagen in DTK 3/2008, S. 36ff).

Neuerdings gibt es zu diesem Zweck auch zwei webbasierte Angebote: ScribTeX und MonkeyTeX, die aber beide noch ziemlich in den Anfängen begriffen sind. Anwendungs-Software und -Daten stehen im Netzwerk bereit. Die Texte werden im Webbrowser editiert, und wie bei einem Wiki kann man sich auch eine Versionsgeschichte über den jeweiligen Stand der Bearbeitung anzeigen lassen. ScribTeX kann auch BibTeX-Dateien verarbeiten. Ausgabeformat ist PDF. Problematisch ist bei solchen Lösungen die Vertraulichkeit der Daten. Wird, wie hier, ein öffentlicher Server eingesetzt, so kommen eigentlich nur solche Arbeiten in Betracht, die keiner Geheimhaltung bedürfen, was den Kreis der hierfür in Betracht kommenden Anwendungen von vornherein erheblich einschränkt. Auch das Bearbeiten von Quelltext im Browser ist wenig komfortabel. Man wir deshalb abwarten müssen, wie sich solche Dienste weiter entwickeln werden (Henning Bredel danke ich für Hinweise).

Der Beta-Test der Literaturverwaltung Zotero 1.5, der erst im März 2009 begonnen hatte, wurde nicht abgeschlossen. Die neue Version 2.0 beta ist bereits im Mai freigegeben worden. Neu hinzugekommen ist die Möglichkeit, Einträge mit anderen Nutzern in geschlossenen oder öffentlichen „Gruppen“ auszutauschen. Derzeit gibt es schon über 500 öffentliche Gruppen, auf die man aus Zotero 2.0 zugreifen kann. Ein Testbericht folgt, sobald ich einmal Zeit finde, mir Zotero 2.0 in Ruhe anzuschauen. Martin Brink-Abeler beschreibt derweil in seinem Blog, wie man anhand der ISBN-Nummer eines Buches Metadaten automatisch in Zotero laden kann – funktioniert sehr schön. Hierzu paßt übrigens die Ankündigung von Google, künftig RDFa und Microformats unterstützen zu wollen – Formate, die Zotero verarbeiten kann.

Von dem Editor TeXMaker gibt es eine neue Version. TeXMaker 1.9.1 bietet zunächst eine neu gestaltete Oberfläche. Für meinen Geschmack ist sie deutlich zu barock geraten, spricht: durch die viel zu vielen Icons wirkt sie leider völlig überladen. Unter Optionen | Interface Appearance | Classic kann man zwar auf ein Macintosh-artigeres Look-and-feel umschalten, die Oberfläche von TeXMaker bleibt aber auch in der neuen Version ein Fremdkörper auf dem Aqua-Desktop. Auch die Menübelegung wurde – trotz Hinweis an die Entwickler – nicht an den Standard auf dem Mac angepaßt. Die Einstellungen findet man daher an ungewohnter Stelle rechts in der Menüleiste, statt im „TeXMaker“-Programmenü. Auch die Menüeinträge sind leider nicht vollständig ins Deutsche übersetzt worden. Der Editor beherrscht eine große Anzahl an Kodierungen, insbesondere kann er UTF-8 verarbeiten, was ihn schon früher unter Windows zu einer Alternative zu TeXnicCenter machte. Vafa Khalighi, der gerade die Pflege des XeLaTeX-Pakets bidi von François Charette übernommen hat, weist darauf hin, daß TeXMaker nun auch bidirektionale Texteingabe ermöglicht. Im „Editieren“-Menü kann man die Textrichtung leicht zwischen left to right und right to left umschalten.

Für das TeXworks-Projekt, das ich bereits erwähnt hatte, gibt es neue Windows-Binaries, die Alain Delmotte bereitgestellt hat.

Einige Paket-Updates: Von LuaTeX wurde nunmehr Version beta 0.40.1 veröffentlicht. Taco Hoekwater bittet um Vorschläge für einen „LuaTeX-Wunschzettel“ für die bevorstehende Version 0.50.

MetaPost 1.201 ist ebenfalls bereitgestellt worden.

Javier Bezos hat die spanischen Trenmuster für babel überarbeitet. Es handelt sich bei v5.0i um einen Bugfix-Release. Javier Bezos hat übrigens ein Web-Forum zu seinem Paket eingerichtet.

Knut Lickert hat einen „ersten Entwurf“ für eine Erweiterung seines Pakets blindtext auf seiner Website bereitgestellt (ZIP-Archiv). Neben dem bekannten Lorem ipsum-Text sowie Numerierungen und Überschriften in mehreren Ebenen soll nun auch eine Demo für den Mathematiksatz mit aufgenommen werden.

Christoph Bier hat seine Einführung typokurz 1.7 fertiggestellt:

Version 1.7 ist kein großer Wurf, die Änderungen beschränken sich im Wesentlichen auf orthografische Korrekturen, Umformulierungen und Änderungen am LaTeX-Code; ein weiteres Beispiel für den Bis-Strich ist hinzugekommen. Die auffälligste Änderung sind die blauen Randbemerkungen.

Das insgesamt 15 Seiten umfassende und sehr sorgfältig hergestellte Papier faßt „einige wichtige typographische Regeln“ knapp zusammen und ist all denjenigen nachdrücklich zu empfehlen, die eigene Texte veröffentlichen und selbst setzen möchten.

Jim Hefferons neues Papier richtet sich an absolute LaTeX-Anfänger. „Getting something out of LaTeX“ ist eine elementare Einführung in das Arbeiten mit LaTeX, von der Beschaffung der Software, über das erste Dokument bis hin zu sehr einfachen Beispielen für den Mathematiksatz.

Der Podcast „LaTeX auf dem Mac“ von Digitales Grundrauschen war zwar schon im Januar 2009 veröffentlicht worden, ist mir aber erst jetzt bekanntgeworden. Das Team um Zettt hat nicht nur eine umfangreiche Linkliste zusammengestellt (einschließlich Writer2LaTeX und Calc2LaTeX, was mich natürlich besonders gefreut hat), sondern auch eine recht gehaltvolle Zweistundensendung produziert, in der alle praktischen Aspekte des Einsatzes von LaTeX auf dem Mac zur Sprache kommen. Das Ergebnis ist für Einsteiger ganz sicherlich hörenswert. Literaturtips runden das Angebot ab. Leider ist die Tonqualität der Sendung verbesserungswürdig, was vor allem daher rührt, daß die Teilnehmer (wohl per Skype) zur Diskussion zugeschaltet werden.

Die Anmeldefrist für die Tagung EuroTeX 2009, die mit dem Schwerpunktthema „Educational uses of TeX“ gemeinsam mit dem dritten ConTeXt Meeting vom 31. August bis 4. September 2009 in Den Haag stattfinden wird, endet am 1. Juli 2009.

Abschließend ein (etwas enttäuschter) teXnischer Blick auf die neue Suchmaschine Wolfram|Alpha, die sich selbst auf der Startseite als „computational knowledge engine“ bezeichnet: Wenn man bei Wolfram|Alpha „TeX“ eingibt, erhält man den Aktienkurs der Firma „Terex“. Als Alternativen werden angeboten: US-Staat oder Raumschiff. Befragt man die „Wissensmaschine“ nach „LaTeX“, muß sie sogar ganz passen: „Wolfram|Alpha isn’t sure what to do with your input“. Nur den TeX-Erfinder „Knuth“ kennt sie:

Input interpretation: Donald E. Knuth (computer programmer)
Basic information: full name: Donald Ervin Knuth – date of birth: 10. January 1938 (age: 71 years) – place of birth: Milwaukee, Wisconsin, United States

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