xkcd über Typographie

Between its strips on kerning, dates, and diacritics, the webcomic xkcd has shown itself to be adept at poking fun at bad formatting.

Today the webcomic turned its attention to kerning again, this time focuses on the unsolved problem of full-width justification.

Via Nate Hoffelder.

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Neu beim Project Gutenberg: The Illustration of Books

  • Joseph Pennell: The Illustration of Books. A Manual for the Use of Students. Notes for a Course of Lectures at the Slade School, University College. New York: The Century Co. London: T Fisher Unwin. 1895.
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TeX Live 2016 Pretest hat begonnen

TeX Live 2015 ist am 6. April eingefroren worden. Alle Updates gehen seitdem nur noch in die Pretest-Version von TeX Live 2016 ein.

Nach einigen eher ruhigen Jahren, arbeitet das TL-Team derzeit an einem umfangreicheren Release mit vielen, teils tiefergehenden Änderungen. Betroffen ist vor allem LuaTeX. Seit Version 0.85 und 0.87 wurden viele pdfTeX-Primitiven geändert; wer also weiterhin kompatibel zu pdfTeX bleiben will oder muß, möge das Paket luatex85 hinzuladen, das vom LaTeX3-Projekt bereitgestellt wird. Zu den Paketen, die zuerst ausfielen, zählte insbesondere fontspec, mit dem auf System-Fonts zugegriffen werden kann.

Für Verdruß sorgt bei den ersten Testern den Berichten auf der TeX-Live-Mailingliste zufolge vor allem die Integration von GnuPG in den Paketmanager tlmgr. Wenn GnuPG lokal installiert ist, wird es von tlmgr verwendet, um anhand der Paket-Signatur die Integrität und die Echtheit der zu installierenden Pakete zu prüfen. Unterstützt werden sowohl GnuPG 1 als auch 2. Findet der Paketmanager kein GnuPG, gibt er eine entsprechende Warnung aus, fährt aber mit der Installation fort. Die Lösung mag halbherzig wirken, ist aber den Im- und Export-Beschränkungen für Kryptosoftware geschuldet. Norbert Preining erläuterte auf Nachfrage, Krypto-Programme dürften weiterhin nicht aus den USA ausgeführt werden; Zdenek Wagner ergänzte, für Frankreich gälte – umgekehrt – ein Einfuhr- und Verwendungsverbot. Deshalb könne GnuPG nicht mit TeX Live verteilt und installiert werden. Es verbleibt also dem Benutzer, dies zu tun. Unter OS X kann man GnuPG mittels Fink oder MacPorts, wahrscheinlich auch über Homebrew installieren. Dick Koch empfiehlt eine Anleitung, die lediglich XCode voraussetzt. Dabei würden keine zusätzlichen Bibliotheken in /usr/local installiert.

Weitere Änderungen in TeX Live 2016 betreffen vor allem pdfTeX und XeTeX. Neu aufgenommen wird der gerade veröffentlichte Indexprozessor upmendex.

Bei MacTeX haben die Entwickler vor den ständigen Änderungen von Apple kapituliert und das Preference Pane aus den Systemeinstellungen entfernt. Damit konnte man zwischen mehreren MacTeX-Versionen, die auf dem System installiert sind, live hin und her schalten; außerdem war es möglich, zwischen 32- und 64-Bit-Binaries zu wechseln. Wer schon ein solches Interface aus einer früheren Version von TeX Live dort installiert hat, kann es behalten, es soll immer noch funktionieren; die Funktion wird aber zukünftig in den Paketmanager TeX Live Utility integriert, ein graphisches Frontend zu tlmgr mit zusätzlichen Anpassungen für den Mac. Als ergänzendes Goodie enthält MacTeX 2016 Ghostscript 9.19 mit einem Skript von Norbert Preining zur Unterstützung von CJK-Schriften. Wer MacTeX einsetzt, um Texte in Chinesisch, Japanisch oder Koreanisch zu setzen, kann mit dem Terminal-Befehl sudo cjk-gs-integrate die entsprechende Ghostscript-Integration anstoßen.

Während der Pretest-Phase kann auch der Update-Mechanismus selbst getestet werden, wenn man tlmgr bzw. die TL-Utility auf ein Pretest-Repositorium richtet. Eine Liste der verfügbaren Pretest-Mirrors findet man hier.

Es bleibt also noch viel zu tun. Der Release von TL 2016 ist dennoch bereits für Anfang Juni vorgesehen.

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TeX und Typographie zu Ostern

  • Diese Nachrichtensammlung zu Ostern beginnt mit einer traurigen Meldung: Simon Cozens hat auf der TeX-Live-Mailingliste bekanntgegeben, daß Sebastian Rahtz am 15. März 2016 an den Folgen einer Krebserkrankung verstorben sei. Sebastian Rahtz hatte die TeX-Distribution TeX Live im Jahr 1996 gegründet. Er war Mitautor des LaTeX Graphics Companion und des LaTeX Web Companion. Auch das Paket hyperref geht auf ihn zurück. Auf der Website der TeX Users Group findet man ein Interview, das Dave Walden 2009 mit Sebastian Rahtz geführt hatte.
  • Jörg Kantel erklärt in zwei Beiträgen, wie er Gnuplot auf OS X Mavericks mithilfe von Homebrew installiert hat und wie schön man damit spielen kann. Näheres auch in seinem Wiki.
  • Das Biblatex-Team lädt ein zu einer Umfrage, um die weitere Entwicklung des Pakets besser auf die Bedürfnisse der Benutzer ausrichten zu können. Das Team ist daran interessiert, ob es sich weiterhin lohne, BibTeX als Backend zu Biblatex zu unterstützen oder ob es ausreiche, hier auf Biber zu setzen. In letzterem Fall: Welche Features in der Praxis am wichtigsten seien.
  • Die Builds für TeX Live 2016 haben begonnen, schreibt Karl Berry auf mehreren Mailinglisten. Auch der Plan für den 2016er Jahrgang wurde bekanntgegeben. Demnach ist vorgesehen, TeX Live 2015 am 4. April 2016 einzufrieren und die Pretests für 2016 aufzunehmen. Am 22. Mai soll das Image für die TeX Collection fertig sein. Vorgesehenes Release-Datum ist nach derzeitigem Stand der 8. Juni 2016.
  • Im Frankfurter Museum Angewandte Kunst wurde gerade die Ausstellung Alles neu! 100 Jahre Neue Typografie und Neue Grafik in Frankfurt am Main eröffnet. Darauf weist Martin Schröder auf der Mailingliste TeX-D-L hin. Die Ausstellung präsentiert als Ausgangspunkt eine Auswahl aus der umfassende[n] Sammlung von Geschäfts- und Privatdrucksachen aus dem Nachlass des Buchdruckermeisters und Schriftsetzers Philipp Albinus, einem der wichtigsten Vertreter der „Neuen Typographie“. Sie verfolgt den Beginn und die Entwicklung von Buchgestaltung und Grafik in Frankfurt, aber auch an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main, von den 1920er Jahren über die Nachkriegszeit bis in die Gegenwart. Im Newsroom auf der Website des Museums findet man Pressebilder und den Pressetext. Der Katalog zur Ausstellung ist in der av edition Stuttgart erschienen (bis 21. August 2016).
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Nachdenken über Literaturverwaltungen

Zwei aktuelle Diskussionen zum Thema Literaturverwaltung:

(1) In der c’t 1/2016, S. 158–161 empfahlen Peter Schüler und Herbert Braun BibTeX als Datenbankformat für Microsoft-Word-Nutzer. (sic!) Neben dem Import von Daten aus verschiedenen Online-Datenbanken (vgl. meinen Beitrag in der DTK 4/2006) sowie JabRef als BibTeX-Editor wurde das Makro BibTeX4Word empfohlen, um die Daten in der Textverarbeitung zu benutzen. Die engagierten Kommentare auf der Projektseite sprechen für sich: Es hat sich etwas getan in Sachen Literaturverwaltung. Der Platzhirsch Citavi hat mit Campuslizenzen den Markt erobern können, weil die Plattformunabhängigkeit von Anwendungen an deutschen Hochschulen keine Rolle spielt. So gab man vor ein paar Jahren sang- und klanglos die Pläne auf, eine Version für den Mac bereitzustellen. Die nahtlose Integration in Winword war wichtiger. Wer außer seiner Textverarbeitung keine andere Software zum Schreiben kennengelernt hat und Citavi geschenkt bekommt, ist in der Regel für andere Lösungen nicht mehr zu begeistern.

(2) Das zeigt auch der Erfahrungsaustausch zwischen zwei den Bibliothekaren auf infobib.de: Zotero ist bei den meisten Benutzern außen vor. Auch der Einwand von Klaus Graf, nur Cloudlösungen, die gemeinsam genutzt werden können, seien „zukunftsfähig“, geht fehl, denn nirgends ist man als Autor bekanntlich einsamer als im Studium. Es gibt nur eine Steigerung dazu: Die Promotion, in ihrer juristischen Spielart. Nicht erwähnt wird dort BibSonomy, das ebenfalls vorzüglich mit LaTeX umgehen kann. Ich verwende den Dienst seit vielen Jahren und möchte ihn nicht mehr missen. Aber auch hier punktet die Cloud in der Regel nicht, sie wirft für die meisten Benutzer mehr Fragen auf als daß sie die Neugier weckt. Für Citavi spricht vor allem die Usability. Und wem die bei Word schon nicht gefallen hat, der wird sie bei Citavi nicht vermissen und lieber eine vernünftige Lösung auf der Grundlage von BibTeX und LaTeX wählen.

Natürlich habe ich auch Erfahrungen zu dem Thema beizusteuern: In einem LaTeX-Kurs, den ich im Dezember hielt, waren insbesondere die Mathematikstudenten an Literaturverwaltungen überhaupt nicht interessiert. „Die fünf Quellen zu meiner Arbeit kann ich auch noch händisch aufzählen.“ Literatur in einer Literaturverwaltung sammeln, Notizen hinzufügen, ein vollständig digitaler Workflow? Nein, eher nicht. Bei Psychologen und Sozialwissenschaftlern und den Juristenkollegen sah es anders aus. Sie freuten sich über Biblatex und Biber.

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TeX & Friends wird archiviert

TeX & Friends gibt es seit ziemlich genau sieben Jahren. Da kann man schon mal ins Grübeln kommen: So viel Zeit ist seitdem vergangen, so viele neue Entwicklungen rund um (La)TeX, aber eben auch viel Kontinuität. Mein Workflow hat sich in den vergangenen zehn Jahren nicht mehr verändert, ich arbeite immer noch mit den damals erstellten Vorlagen und Paketen für meinen Bedarf.

Über einige Trends hatte ich hier geschrieben, von 2004 bis 2012 hatte ich auch sämtliche neu erschienenen deutschsprachigen Lehrbücher zu LaTeX für die TeXnische Komödie und für die c’t rezensiert, einige Texte stehen auf CTAN. Und seitdem kam etwas anderes für mich. Aber TeX und Emacs blieben weiterhin mein Haupt-Arbeitspferd, und das wird auch so bleiben.

Als ich vor zwei Wochen auf der Frankfurter Buchmesse am Stand der Deutschen Nationalbibliothek vorbeikam, sprach ich die Mitarbeiterinnen spontan an, ob sie mein Blog als Netzpublikation archivieren könnten. Und seit dem 30. Oktober ist es nun soweit: TeX & Friends steht im Katalog der DNB und ist dort auch mit meinem GND-Datensatz verbunden. Wie 286 weitere Websites, die dort derzeit gesammelt werden. Das Archiv ist leider nur innerhalb des lokalen Netzes der DNB abrufbar, es ist also kein öffentlicher Spiegel, aber es ist nun auch über einen Bibliothekskatalog auffindbar.

Das Web kommt in die Jahre, es ist schon erwachsen geworden, es wird ernstgenommen, aber es ist auch schon vieles wieder verschwunden, was uns einmal wichtig und bedeutsam war. Das betrifft vor allem die vielen Diskussionen im Usenet, die immer schwerer auffindbar sind, je schlechter die Suchfunktion von Google Groups wird. Die Haltezeiten von Newsservern sind immer kürzer geworden. Und auch die Archivfunktion von Webforen zu LaTeX ist zweifelhaft. Was bleibt, sind die Mailinglisten-Archive, aber hier zieht sich der Traffic immer mehr in die geschlossene Liste für DANTE-Mitglieder zurück, immer seltener wird die öffentliche TeX-D-L genutzt, was auf die Dauer nachteilig ist, weil der öffentliche Diskurs über TeX & Friends dadurch zum Erliegen kommt, so daß es Neulinge heute schwerer haben werde als ich damals, zu TeX zu finden. Ich mag keine Webforen. Punkt. Daran hat sich seit 2009 nichts geändert.

Das ist nicht das Ende von TeX & Friends, das Blog wird weiter geführt in der bisherigen, wenn auch geringeren Frequenz als in der Anfangszeit.

Ich würde gerne andere Blogger ermutigen, ihre Blogs ebenfalls als Netzpulikationen bei der Deutschen Nationalbibliothek anzumelden. Ich denke, wir spielen als Blogger eine wichtige Rolle in der Netzöffentlichkeit, die es wert ist, dokumentiert zu werden. Alles weitere erledigt die Bibliothek. Dafür einen herzlichen Dank nach Frankfurt am Main! :)

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Umfrage zu JabRef

Auch hier ist wiederum die Wahl der Kanäle, auf denen die Nachricht verbreitet wurde, aufschlußreich: Im Anschluß an seine frühere Ankündigung hat Oliver Kopp auf der geschlossenen Mitglieder-Mailingliste von DANTE, auf der JabRef-Users-Liste sowie in der deutschen und der englischen TeX-Newsgroup bekanntgegeben, daß eine Umfrage für die Anwender der Literaturverwaltung JabRef durchgeführt werde.

Die Fragen zielen beispielsweise darauf ab, ob man JabRef vorwiegend oder nur neben anderen Werkzeugen für die eigene Arbeit einsetze und – hiervon abhängig – welche neuen Features man sich für JabRef wünsche – beispielsweise eine besser Biblatex-Unterstützung oder eine besser Anbindung an Textverarbeitungen? Oder ob man bereit wäre, Code zur weiteren Entwicklung beizusteuern? Es gibt Gelegenheit, individuelle Wünsche an die Entwickler zu formulieren. Wer mag, kann seine E-Mail-Adresse für Nachfragen bereitstellen.

Die Umfrage kann bis 14. November 2015 ausgefüllt werden.

Oliver Kopp berichtet, man habe bereits „alten Ballast, wie Java6-Unterstützung und Plugin-Support“ aus dem Code entfernt. Das Entwicklerteam werde ab November, wie bereits angekündigt, durch mehrere studentische Helfer verstärkt.

Außerdem bereitet man eine Tagung rund um die Entwicklung von JabRef für das nächste Jahr vor. Die Version 2.11 stehe kurz vor der Veröffentlichung. Aktuell ist derzeit die Version 2.11 Beta 3 zum Testen verfügbar.

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Die alten Kanäle

Und immer, wenn man denkt, es gehe nicht mehr zurück, passiert etwas, das ist so retro, daß man es kaum glauben mag. Zum Beispiel hat die TeX Users Group gerade ihren Vorsitzenden seines Amts enthoben. Und dies ihren Mitgliedern per E-Mail mitgeteilt, nicht aber dem Rest der TeX-Welt. Mein lokales Mailinglisten-Archiv schweigt dazu. Mein Feedreader: dito. Aber das Usenet. Höre, die Trommel spricht! Nach langer Zeit schaue ich mal wieder in meine Newsgroups, und siehe da: Am 14. Oktober 2015 gab es dazu eine Ankündigung in comp.text.tex. Es gibt sie also noch, die alten Kanäle, und sie werden genutzt. Ich glaube, ich muß da mal wieder etwas mehr drauf achten in Zukunft …

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Aquamacs auf Github

David Reitter hat auf der Mailingliste aquamacs-devel bekanntgegeben, daß das Repository des Projekts auf Github umgezogen wurde. Wie schon im August erwähnt, sei es nicht möglich gewesen, die Versionsgeschichte mitzunehmen. Das Git-Repository beginne daher im Jahr 2015.

Der nächste Release werde auf dem derzeit in Entwicklung befindlichen Emacs 25 beruhen und die notwendigen Anpassungen für OS X El Capitan enthalten, was aber wohl nicht ganz einfach zu bewerkstelligen ist – dies nicht nur aus technischen, sondern auch aus sozialen Gründen. David Reitter weist darauf hin, daß er mittlerweile beruflich stark in Anspruch genommen sei. Deshalb könne er keine Angaben über den zeitlichen Rahmen der Weiterentwicklung machen.

Aquamacs ist heute die letzte Emacs-Distribution für Mac OS X, die noch aktiv weiterentwickelt wird und die man als Binaries herunterladen kann. Ursprünglich gab es insoweit etwa eine Handvoll Projekte, die mittlerweile aber allesamt aufgegeben wurden. Aquamacs enthält viele Ergänzungen und eine grundlegende Konfiguration für den Einsatz auf dem Mac. Man kann ihn aber auch so konfigurieren, daß er sich wie ein Standard-Emacs verhält. Zusätzliche Modes und weitere Pakete, insbesondere AUCTeX zum Bearbeiten von TeX- und LaTeX-Projekten, sind schon einsatzbereit vorinstalliert.

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Leslie Lamport in Heidelberg

Über TeX-D-L erreicht uns der Hinweis auf einen Vortrag, den der LaTeX-Erfinder Leslie Lamport am 24. August 2015 beim Heidelberg Laureate Forum gehalten hat: A Mathematical View of Computer Systems. Hier einbinden kann ich das Video leider nicht. Wer den HTML5-Player der dortigen Website auf seinem System nicht nutzen kann (es wurden Probleme unter Linux berichtet), möge sich die mp4-Datei direkt herunterladen.

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