Leslie Lamport in Heidelberg

Über TeX-D-L erreicht uns der Hinweis auf einen Vortrag, den der LaTeX-Erfinder Leslie Lamport am 24. August 2015 beim Heidelberg Laureate Forum gehalten hat: A Mathematical View of Computer Systems. Hier einbinden kann ich das Video leider nicht. Wer den HTML5-Player der dortigen Website auf seinem System nicht nutzen kann (es wurden Probleme unter Linux berichtet), möge sich die mp4-Datei direkt herunterladen.

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Im September: Herbsttagung von DANTE an der TU Graz

Am 5. September 2015 findet an der TU Graz die Herbsttagung der
Deutschsprachigen Anwendervereinigung TeX e.V. (DANTE) statt. Nach der
53. Mitgliederversammlung werden in Vorträgen Möglichkeiten und
Entwicklungen rund um die Textsatzsoftware TeX vorgestellt.

Die Teilnahme an der Tagung ist kostenfrei möglich, um Anmeldung wird
jedoch gebeten. Weitere Informationen gibt es auf der DANTE-Website.

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Die Zukunft von Aquamacs

David Reitter hat auf Nachfrage Auskunft über die weitere Entwicklung von Aquamacs gegeben, der – seit der Einstellung von Carbon Emacs – einzigen zurzeit verfügbaren Emacs-Distribution für den Mac. Aquamacs enthält viele nützliche zusätzliche Pakete, unter anderem auch AUCTeX, und wurde weitgehend an die Bedienoberfläche von OS X angepaßt, was sicherlich nicht jedermanns Zustimmung gefunden hat – mit einigen Befehlen in der .emacs wird daraus aber wieder ein ziemlich normaler Emacs. So war der Aquamacs nach meinem sehr kurzfristig erzwungenen Umzug auf einen neuen Mac vor einem Jahr trotz des kryptischen Lisp-Codes tatsächlich dasjenige Programm, das am schnellsten von allen für den produktiven Einsatz zu konfigurieren war.

Der letzte Release von Aquamacs datiert weiterhin vom November 2014, so daß sich die Frage stellte, ob die Distribution noch aktiv weiterentwickelt werde. David Reitters Auskunft ist vor allem deswegen interessant, weil sie einen Einblick in die Perspektiven und in die Größenordnung gibt, in der ein freies Softwareprojekt wie Aquamacs im Bereich TeX derzeit zu betreiben ist.

David Reitter schreibt, Aquamacs habe heute etwa 14.000 Benutzer. Auch wenn Spenden für Aquamacs nach wie vor sehr willkommen seien, werde ein so kleines Projekt doch niemals aus den damit zu erzielenden Einnahmen je einen Software-Entwickler bezahlen können, um es wesentlich voranzubringen – denn dafür wären etwa 140.000 US-Dollar pro Jahr zu veranschlagen. Es sei auch nicht ganz einfach, einen wohlgesonnenen Entwickler zu finden, der mit dem Mac, mit dem Emacs, mit C und Lisp gleichermaßen vertraut wäre. Die zukünftige Finanzierung von Aquamacs sehe er daher am ehesten in einer Weiterführung als Forschungsprojekt und in der Förderung durch wissenschaftliche oder sonstige Stiftungen. Eine Schlußfolgerung, die übrigens nicht weiter überraschend ist, denn auch die hier wiedergegebene Diskussion trug sich unter Wissenschaftlern zu, wie die E-Mail-Signaturen zeigen. Eine Anbindung des Projekts an den akademischen Betrieb, wo auch LaTeX weiterhin am meisten eingesetzt wird, ist daher naheliegend.

Neuerungen bei Emacs seien seit dem letzten Release nicht mehr in Aquamacs eingearbeitet worden, weil Emacs seine Git-Codebase geändert habe. Trotz vielfacher Hilfe durch Eric S. Raymond, sei es bisher aber noch nicht möglich gewesen, die Aquamacs-History zu übertragen, die nach Möglichkeit erhalten bleiben solle.

Wer Aquamacs unterstützen möchte, kann das per Kreditkarte, Paypal, Banküberweisung oder in Form von Bitcoin tun.

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Neu beim Project Gutenberg: Linotype Manual

  • Linotype Manual, giving detailed instructions of the proper adjustment and care of the Linotype, with illustrations, 1898, F. H. McCall, Kansas City, von Benutzer deaurider, Elisa und dem Online Distributed Proofreading Team bei pgdp.net, veröffentlicht am 10. August 2015.
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JabRef 3, Literaturverwaltungen im Vergleich, Zotero 4.0.27

Auf der JabRef-Users-Mailingliste hat Oliver Kopp angekündigt, daß JabRef demnächst aktualisiert werden soll. JabRef 3 werde im Rahmen eines Studienprojekts an der Universität Stuttgart im Wintersemester 2015/2016 und im Sommersemester 2016 auf den Stand von JavaFX und Java 8 gebracht. Jetzt würden noch „Customers“ und „Supervisors“ gesucht. Erstere als Tester.

Gleichzeitig hat Dorothea Lemke von der TU München auf der Mailingliste InetBib den alljährlichen Update der Übersicht über die aktuellen Versionen der Literaturverwaltungsprogramme für Bibliothekare und Benutzer angezeigt. Die in drei Sprachen verfügbare Übersicht vergleicht die Features von Citavi, Colwiz, Docear, EndNote, JabRef, Mendeley, RefWorks und Zotero.

Von Zotero gibt es seit gestern die neue Version 4.0.27 mit einigen Änderungen im Interface. In der klassischen Firefox-Version wurde das Speichern von Websites vereinfacht. Außerdem kann man nun die Ausgabe-Sprache der Bibliographie in den Einstellungen zentral auswählen – wenn der Zitierstil das unterstützt. Ein schneller Test mit meinen Zitierstilen zeigte, daß die an die deutsche Sprache angepaßten Stile derzeit noch den per Umschalter auf Deutsch lokalisierten Standardstilen überlegen sind, aber das kann sich ja demnächst – zumindest bei den wichtigsten von ihnen – noch ändern. Schade, daß die Standalone-Version auf dem Mac die üblichen Tastaturkürzel und die Menüaufteilung (nicht mehr?) unterstützt. Das Update steht über die Aktualisierung des Plugins bzw. der Standalone-Version zur Installation bereit.

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WordPress nach EPUB und weiter

WordPress und andere Blogsysteme haben zwar eine Exportfunktion, bieten aber sonst keine komfortablen Exportmöglichkeiten. Heraus kommt eine WordPress-XML-Datei, mit der man erst einmal wieder etwas anfangen können muß. Mit anderen Worten: WordPress ist ein Datensilo, das auch mit den üblichen Tools wie wget nicht mehr zu freien ist.

Zehn Jahre lang Texte im Web an unterschiedlichen Stellen: Darunter war soviel Gutes, daß man daraus getrost ein E-Book machen könnte. Aufgabenstellung: WordPress-XML nach EPUB/PDF.

Für WordPress gibt es Plugins, Konverter für die Kommandozeile gibt es anscheinend nicht. Ein interessanter Weg führt jedoch über das Schweizer Taschenmesser für E-Books, Calibre: Man kann damit nämlich beliebige RSS-Feeds als Nachrichtenquellen abonnieren, timer-gesteuert einlesen und nach EPUB konvertieren. Diese Python-Lösung ist eigentlich für den E-Book-Reader für unterwegs, fernab der Datennetze gedacht. Damit geht aber noch mehr, denn aus EPUB geht es direkt aus Calibre per Export weiter in viele andere Formate. Eine Alternative zur Weiterverarbeitung ist dann Pandoc, das auch von EPUB nach LaTeX, OpenDocument-Text (ODT) und MediaWiki umsetzt. Und natürlich nach MarkDown. Beziehungsweise mit Sigil – zur Not redigiert man den EPUB-Quelltext direkt mit irgendeinem fähigen Editor.

Die Grenze dieses Workflows liegt in der Zahl an Artikeln, die per RSS auf einmal ausgeliefert werden können, hier wird man ggf. über spezielle Export-Kategorien oder -Tags nachhelfen müssen, für die es ja jeweils eigene Feeds gibt. Und natürlich müssen es Volltext-Feeds sein. ;) Just a work-around. Still diggin’.

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Troubleshooting TeX Live 2015

Die Installation von MacTeX 2015 dauerte auf einem MacBook Pro Mid 2012 etwa fünf Minuten. Danach sollte man das Setup-2015.pkg aus dem Verzeichnis /Applications/TeX ausführen, das noch ein paar Bugfixes einspielt. Ein erster Test der Installation unter Mavericks verlief unauffällig. Auch das Preference Pane in den Systemeinstellungen und die TeX Live Utility funktionierte, vorausgesetzt, man wählt ein Repositorium, das schon auf die neue Version von TeX Live aktualisiert worden ist. In meinem Fall war es der Server der Fernuni Hagen: No updates available.

Auf der OS-X-TeX- und der TeX-Live-Mailingliste war gestern zu verfolgen, was für ein Drama bei der Veröffentlichung dieses Mal abgelaufen sein muß, denn der Release erfolgte während der WWDC, bei der die neue Version von OS X 10.11 El Capitan vorgestellt worden ist. Dick Koch berichtet, es habe deshalb eine Änderung in letzter Minute gegeben: Auf den älteren Versionen von OS X erzeugt das Setup zwei Symlinks zu den Binaries unter /usr/texbin und /Library/TeX/texbin. Unter El Capitan wird dagegen nur der letztere Link erzeugt. Deshalb sollte man auf dieser Plattform die Einstellungen der GUI-Anwendungen, mit denen man arbeitet, dementsprechend anpassen, wenn man später auf das neue Betriebssystem umsteigt. Weitere Probleme bei El Capitan seien derzeit nicht bekannt.

Grund für diese Änderung ist ein neues Feature in System 10.11, mit dem standardmäßig und kernelseitig verhindert wird, daß ein Benutzer (auch ein Admin) in das Verzeichnis /usr schreibt (was man beim Booten sowie über das Terminal deaktivieren kann). In die Verzeichnisse /usr/local und /usr/local/texbin hätte man schreiben können, die Entwickler entschieden sich aber letztlich für /Library/TeX/texbin, weil ihnen das längerfristig sicherer erschien. Der Entscheidung war zumindest bei Dick Koch eine schlaflose Nacht vorausgegangen, in der diese Änderungen buchstäblich in letzter Minute vorgenommen wurden.

Trotz aller Sorgfalt kam es aber wohl doch zu einem Problem mit dem TeX-Live-eigenen Paketmanager. Nachdem ein Anwender beim Aufruf von tlmgr unter Windows die Fehlermeldung Cannot determine release erhalten hatte, wies Adam R. Maxwell, der Entwickler der TeX Live Utility, darauf hin, daß die Datei /usr/local/texlive/2015/release-texlive.txt diesmal leider fehle – ein Fehler, den Karl Berry später zugab. Betroffen sei aber nur die derzeit noch aktuelle Internet-Version von TeX Live und MacTeX 2015, die spätere DVD-Fassung sollte die Datei enthalten. Wie eingangs bemerkt, trat der Fehler beim Test unter Mavericks nicht auf, obwohl die erwähnte Datei auch hier fehlt. Schaden kann es allerdings nicht, dieser Empfehlung von Adam R. Maxwell trotzdem zu folgen. ;)

Ach ja, Mavericks. Warum eigentlich immer noch Mavericks? Aus Gründen. Vielleicht mache ich irgendwann mal ein Upgrade auf El Capitan. Der schnelle Abgang von Yosemite nur ein Jahr nach der Markteinführung (!) ist ein deutliches Signal an die Benutzer für einen konservativeren Umgang mit OS X. Derzeit funktioniert hier eigentlich alles.

Und warum habe ich eigentlich die ganze Zeit auf das OS-X-TeX-Archiv bei Gmane verlinkt? Weil das Archiv bei der TUG derzeit auf dem Stand vom Mai 2014 und das kanonische Listen-Archiv offline ist. Aber das Interface von Gmane gefällt mir eigentlich sehr gut, muß ich sagen… ;)

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TeX Live 2015 ist fertiggestellt worden

Karl Berry hat am 12. Juni 2015 auf der TeX-Live-Mailingliste vorab bekanntgegeben, daß die Arbeit an der TeX-Distribution TeX Live 2015 abgeschlossen sei.

Die Distribution ist über die bekannten Quellen herunterzuladen. Dabei sollten – gerade in den ersten Wochen nach dem Release – Spiegel-Server vor den CTAN-Knoten bevorzugt werden, um die Serverlast zu verteilen.

Für die OS X- und Darwin-Plattformen ab Version 10.5 gibt es wieder MacTeX mit speziellen Anpassungen und Ergänzungen. MacTeXtras enthält eine Sammlung zusätzlicher Programme, die die Arbeit mit TeX & Friends auf dem Mac einfacher und schöner machen. Für Mac-Anwender mit geringer Bandbreite oder wenig Speicherplatz gibt es weiterhin BasicTeX. Die gute Nachricht: Auch die letzten Probleme mit Yosemite sollen nunmehr behoben worden sein. Insbesondere funktioniere das Preference Pane in den Systemeinstellungen nun auch auf dieser Plattform.

Eine offizielle Ankündigung zu dem Release werde folgen, schreibt Karl Berry, sobald die Dateien auf allen Servern des Comprehensive TeX Archive Networks CTAN reihum zur Verfügung stehen. Wer also sichergehen möchte, daß er jedenfalls die richtige Version erhält, sollte mit dem Download noch solange abwarten. Es kann sich nur um wenige Tage handeln, bis alle Server im Netzwerk auf demselben Stand sein werden.

Die wenigen Neuerungen im Vergleich zur Vorjahresversion sind der Dokumentation zu entnehmen.

TeX Live ist die freie TeX-Distribution, die von der TeX Users Group jährlich ehrenamtlich für alle wichtigen Plattformen erstellt wird. Sie enthält neben dem Textsatzsystem TeX auch alle notwendigen Makropakete und Programme, die für das Arbeiten mit LaTeX, pdf(La)TeX, Lua(La)TeX, Xe(La)TeX und ConTeXt benötigt werden. Ein eigener Paketmanager hält die Distribution auf dem aktuellen Stand, bis die jeweils nächste Version bereitsteht.

Die Pretests zu der neuen Ausgabe hatten im April begonnen. Allen Helfern einen herzlichen Dank für die viele Arbeit, die in das Projekt einfließt!

Weitere Beiträge zum Release:

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TeX Live 2014 eingefroren

Nach einer Vorankündigung am 10. April 2015 hat Karl Berry vergangene Nacht bekanntgegeben, daß er die Updates für TeX Live 2014 eingefroren habe. Abgesehen von chktex und Asymptote ständen alle Binaries zum Testen bereit.

Der Plan für TeX Live 2015 sieht den Public Release für Mai/Juni 2015 vor, auf jeden Fall rechtzeitig vor der Tagung TUG 2015, die vom 20. bis 22. Juli in Darmstadt stattfinden wird.

Update: Karl Berry hat am 17. April 2015 darauf hingewiesen, daß die Pretests begonnen hätten.

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Emacs, LaTeX, LibreOffice und Zotero

Emacs ist ein Projekt, das sich, wie man so sagt, „in aktiver Entwicklung befindet“. In meinem Fall, auf dem Mac, ist es der Aquamacs, der mit etwas Hilfe aus dem EmacsWiki schnell an die Gepflogenheiten von GNU Emacs angepaßt werden kann. Von allen Programmen, die ich beim Neuaufbau meines Systems vergangenen Oktober installiert habe, war der Aquamacs derjenige, der am schnellsten einsatzbereit war. Man darf gespannt sein, ob die Anstöße von Eric S. Raymond für ein neues Interface für die Online-Hilfe und die Dokumentation von Emacs fruchten werden – ich glaube es nicht wirklich, denn die Gemeinde wirkt auf mich am Ende zu „beharrlich“.

Langfristig frage ich mich natürlich, wie es weitergeht mit dem Schreiben auf dem Mac. Nachdem mein Workflow seit 2000 ganz auf Emacs plus LaTeX eingestellt war, waren mir erste Zweifel an der Zukunftsfähigkeit dieser Lösung gekommen, als selbst der Linux-Fanboy Michael Kofler sich 2013 von LaTeX abgewandt hatte. Auch wenn derzeit viel experimentiert wird, was die Konvertierung von LaTeX nach EPUB und anderen Web- und Reader-Formaten angeht, so zeigt sich doch immer mehr, daß LaTeX von einem Austausch- zu einem Zielformat geworden ist. Man konvertiert nach LaTeX, um einen Text schließlich für die Ausgabe in ein PDF sauber zu setzen. Dabei kann dann auch gezaubert werden, was das Layout angeht. Aber man schreibt einen Text zunehmend in Formaten wie Markdown oder – wenn es kein reiner Texteditor sein soll – in LibreOffice, das mit ODT ein flexibles XML-Format nativ ausgibt, aus dem man dann entweder mit Pandoc oder mit dem gerade in Version 1.4 neu aufgelegten Writer2LaTeX zu LaTeX gelangt.

Für ein Buchprojekt, das mich bis auf weiteres beschäftigt, habe ich mich gerade für die Kombination LibreOffice und Zotero entschieden. Obwohl die Zotero-Extension für LibreOffice auf dem Mac bis auf weiteres nicht tut, was sie soll. Weil noch nicht einmal Drag & Drop in den Writer hinein funktionieren, muß TextEdit als Umweg dienen, was aber nicht weiter schlimm ist, denn die Fundstellen, die auf diese Weise aus Zotero zu exportieren sind, halten sich in sehr engen Grenzen. Als Zitierstil verwende ich eine deutsche Anpassung für Chicago, die ich irgendwann einmal in dem riesigen Fundus im Web via citationstyles.org gefunden hatte. Die Literaturdatenbank von LibreOffice ist übrigens völlig unbrauchbar. Punkt.

Nota bene: LibreOffice 4.4 kann man bedienen, ohne irgendetwas von Input-Encodings und Font-Encodings oder was weiß ich auch immer wissen zu müssen. Die Lösung ist, pardon, gut genug für diesen Zweck, und einen direkten Export nach EPUB gibt es auch, er ist Teil von Writer2XHTML, dem Schwesterprojekt von Writer2LaTeX. Nur eines ist sicher: Am Ende des Projekts wird es ein mit LaTeX gesetztes PDF und ein EPUB geben, und ich werde darüber berichten, was ich dabei erlebt habe, insbesondere im Vergleich zu meinen bisherigen Erfahrungen mit LaTeX und Co. bei größeren Projekten.

Vorwegschicken kann ich, daß LibreOffice schon jetzt einen zwiespältigen Eindruck hinterläßt. Nach dem großen Aufräumen, das – in der Fastenzeit muß man es erwähnen – seit Version 4 sogar die beliebten und traditionellen Eastereggs erfaßt hat, und mehreren Umstellungen in der API ist auch immer wieder mal eine praktische Extension auf der Strecke geblieben, weil die Entwickler sie nicht angepaßt haben. Solche Erfahrungen waren schon vor längerem der Grund, mich von Firefox abzuwenden. Bei LibreOffice betraf das zuletzt auch den Wiki Publisher, mit dem man Writer-Dokumente nach MediaWiki exportieren konnte. Er fehlt auf unbestimmte Zeit in der Version für den Mac. Und auch das Vorlagenarchiv wurde kräftig entrümpelt. Höherwertige Vorlagen für LibreOffice findet man derzeit vor allem über die LibreOffice Box, die ehemalige PrOOo-Box.

Natürlich werde ich auch weiter mit LaTeX schreiben. Meine Briefvorlage ist, mit erprobtem Workflow, weiter in Gebrauch und wird, sobald ich Zeit dazu finde, ganz bestimmt auch einmal an das aktuelle KOMA-Script angepaßt. Bis dahin muß ich, wie seit einem guten Jahr schon, mit einer alten Version von KOMA-Script schreiben, denn meine Vorlage funktioniert mit dem aktuellen KOMA nicht mehr, und ich komme einfach nicht dazu, den Fehler zu suchen. An der Stelle möchte ich aber auch gerne bei LaTeX bleiben, denn LibreOffice ist für mich nur ein Tool, um Text einzugeben und in ein bestimmtes Dateiformat zu bringen; der Textsatz überzeugt mich weiterhin gar nicht. Und auch meine Präsentationen erstelle ich natürlich immer noch mit Beamer. – War doch klar, oder? ;)

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