„Moderne am Main 1919–1933“ im Museum Angewandte Kunst, Frankfurt am Main

In der Ausstellung „Moderne am Main 1919–1933“, die vergangene Woche im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main zum Baushausjahr eröffnet worden ist, ist auch viel Neue Typografie und Vorarbeiten bzw. künstlerisches Umfeld zu sehen – wer also Gelegenheit hat, nach Frankfurt zu kommen, möge sich die Schau nicht entgehen lassen. Der kleinformatige, aber dicke Katalog ist auch schön gemacht und mit informativen Texten versehen. Leider muss man viel Wissen mitbringen, um die Zusammenhänge zwischen den Ausstellungsstücken und dem Hintergrund herzustellen, in der Ausstellung gibt es nur kurze Wandtexte, und der Katalog liegt leider auch nicht aus – ich habe das beim Gehen angeprangert, und das Museum verspricht Besserung. Wir haben etwas gewikipediat, um unsere Lücken zu füllen, und das ging gut.

Moderne am Main 1919–1933. Museum Angewandte Kunst, Frankfurt am Main. Kuratiert von Grit Weber, Annika Sellmann, Klaus Klemp und Matthias Wagner K. Bis 14. April 2019. Katalog: 29 Euro.

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TeX: A branch of desktop publishing evolution

Die letzte und die folgende Ausgabe der IEEE Annals of the History of Computing widmen sich der Geschichte des Desktop Publishings. Darin auch ein zweiteiliger Aufsatz zur Geschichte von TeX:

Ergänzende Materialien findet man auf der Website der TeX Users Group.

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TeX-Tagungen 2019

Die Ankündigungen zu drei TeX-Tagungen sind hereingekommen:

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Some TeX Developments, TeX und GitHub, Org-mode 9.2, MediaWiki2LaTeX, Variable Fonts

Das neue TeX-Jahr beginnt mit einem Glückwunsch an Joseph Wright: Nachdem bereits TeX & Friends auf sein Zehnjähriges zurückgeblickt hatte, ist es heute auch für Some TeX Developments soweit, wie wir nebenan lesen.

Das Beispiel zeigt: Die teXnische Blogosphäre hat sich etabliert, auch wenn die Abrufzahlen im Vergleich eher niedrig sind, leisten doch auch die Blogs einen wertvollen Beitrag zur Information und zur Dokumentation über die Mitgliederzeitschriften und die Webforen hinaus.

Joseph Wright hat aber auch noch einmal bekanntgegeben, dass er sein Blog von WordPress auf GitHub Pages umgestellt habe. Dementsprechend liegt der RSS-Feed nun unter https://www.texdev.net/feed.xml, und das eigentliche Blog liegt nicht da, sondern dort. Etwas verwirrend. Aber: Der Trend zu kommentarlosen Blogs hält also an, ich bin nicht der einzige, der es so macht. Und auch der Trend zu Blogs mit statischen Seiten ist ungebrochen.

Bleibt nur zu hoffen, dass es den TeX-Projekten mal nicht auf die Füße fallen wird, dass man in der Zeit ab 2018 so sehr auf GitHub gesetzt hatte. Nach dem LaTeX Project und der englischen TeX-FAQ nun also auch Blogs. Dezentralisierung wäre angesagt.

Der auch von TeX-Anwendern häufig verwendete Org-mode beispielsweise betreibt sein eigenes Git-Repositorium. Zwischen den Jahren wurde Version 9.2 veröffentlicht, die ggf. einige Änderungen in der Konfiguration erforderlich macht. – Beim 35C3 hat es eine Assembly von Karl Voit zu Org-mode gegeben – kein Video, aber die Gliederung zum Vortrag ist veröffentlicht worden, wie sich das halt so gehört für einen Talk zu einem Outliner.

Über MediaWiki2LaTeX hatte ich zuerst (und zuletzt) 2013 geschrieben. Dirk Hünninger hat sein Projekt jetzt in einer neuen Version auf WMFLabs bereitgestellt. Man kann damit nicht nur Seiten aus Wikimedia-Projekten, sondern beliebige MediaWiki-Seiten online nach PDF, EPUB oder ODT wandeln. Der LaTeX-Quelltext kann gezippt heruntergeladen werden. Das Projekt steht unter einer GPL-Lizenz und steht nicht auf GitHub, sondern auf Sourceforge zur Verfügung.

Zum Schluss ein Hinweis auf einen Beitrag zur Typografie: Christoph Zillgens erklärt in t3n , was es mit Variablen Fonts auf sich hat, ein neues OpenType-Feature, das man in der deutschsprachigen Wikipedia noch vergebens sucht, nur die englische und die russische haben dazu einen Artikel. Und natürlich das Typolexikon von Wolfgang Beinert. Seit Ende 2018 sollten demnach alle relevanten Webbrowser Variable Fonts unterstützen, so dass man sie demnächst wohl denn auch häufiger sehen wird.

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Zweimal ConTeXt und Open Access für TUGboat

Stefan Kottwitz weist auf eine neue Einführung zu ConTeXt hin, die Axel Kielhorn auf GitHub veröffentlicht hat. Context-Intro erklärt auf insgesamt 45 Seiten, was es mit der Alternative zu LaTeX auf sich hat. Das PDF ist etwas versteckt in einem Unterverzeichnis zu finden.

Weitere Einführungen findet man übrigens in der Zeitschrift der TeX Users Group TUGboat, in der mindestens 16 Aufsätze zum Thema erschienen sind, zuletzt ConTeXt for beginners von Willi Eggers. Es gibt dort aber sicherlich noch mehr Beiträge, die ConTeXt betreffen, interessant dürfte auch Exporting XML and ePub from ConTeXt von Hans Hagen sein.

Was uns zu der revidierten Open-Access-Policy von TUGboat führt: Seit diesem Jahr ist das Online-Archiv der Zeitschrift allgemein zugänglich. Nur die jeweils neueste Ausgabe bleibt zunächst den Mitgliedern vorbehalten. Viel Stoff zum Stöbern, also. Ein Fundgrube für TeX-Anwender.

Der Trend zum freien Zugriff steht leider in einem gewissen Widerspruch zur Praxis in der TeX-Gemeinde, was die Kommunikation angeht. Man zieht sich immer mehr auf die geschlossenen Kanäle zurück und vernachlässigt die öffentlichen Listen und Newsgroups. So wurde denn auch die Veröffentlichung von Context-intro zuerst in der geschlossenen Vereins-Mitgliederliste von DANTE bekanntgegeben und danach erst anderweitig verbreitet. Der Trend zum digitalen Biedermeier, in dem sich die geschlossenen Hinterzimmer immer weiter ausbreiten, dürfte im ganzen nachteilig für TeX and Friends sein. Ich wurde vor etwa 20 Jahren nicht zuletzt deswegen auf LaTeX aufmerksam, weil die Community damals sehr offen aufgetreten und unmittelbar zugänglich war, jedenfalls zugänglicher als heutzutage. Freie Software gehört ins freie Web.

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Der TeX Catalogue sucht neue Mitarbeiter

Im Sommer dieses Jahres hatte ich mich von einem Projekt getrennt, das ich 2001 begonnen hatte, den Topic Index zum TeX Catalogue, der das Ziel verfolgte, alle TeX-Pakete im Comprehensive TeX Archive Network CTAN thematisch zu erschließen.

Wir haben den Topic Index auf CTAN in den Obsolete-Zweig verschoben, um ihn zu erhalten, aber gleichzeitig klarzustellen, dass er von nun an nicht mehr aktualisiert werden wird.

Der Grund für meinen Rückzug aus dem Projekt ist kurz erzählt. Der Topic Index war ursprünglich ein reines Prokrastinations-Projekt, das ich während meiner Promotion begonnen hatte, um mich zu zerstreuen und gleichzeitig etwas Gutes für die Gemeinschaft zu tun. Bis dahin gab es noch keine thematisch geordnete Übersicht über die TeX-Pakete. Der TeX Catalogue bestand nur aus automatisch generierten endlos langen Listen, die entweder alphabetisch oder systematisch sortiert ausgegeben und bereitgestellt wurden. Man konnte aber nicht direkt nach einem Paket suchen, das einen bestimmten Zweck erfüllen sollte. Das änderte sich mit dem Topic Index. Von nun an gab es eine weitere endlose Liste, die allerdings thematisch sortiert war. Das war ein großer Fortschritt für die Benutzer. Aber da der Paketbestand auf CTAN erfreulicherweise ständig wächst, muss auch der TeX Catalogue laufend aktualisiert werden. Und hier bin ich im Laufe der Jahre leider immer weniger aktiv gewesen. Mea culpa.

Es war an der Zeit, daraus Konsequenzen zu ziehen, vor allem im Interesse der Benutzer, die sich bei einem offiziellen Angebot wie dem TeX Catalogue vor allem aktuelle Daten erwarten, die mit dem Stand auf CTAN übereinstimmen.

Die aktuellen Angaben zu den TeX-Paketen findet man heutzutage auf dem CTAN-Portal, wo sie auch laufend gepflegt werden, einschließlich einer thematischen Erschließung, wie sie der Topic Index bisher geboten hatte. Das Portal bietet gegenüber der Liste den erheblichen Vorteil einer effizienten Suchfunktion, die zudem den gesamten aktuellen Bestand erfasst. Jedes Paket, das auf CTAN aufgenommen wird, erscheint also auch ohne weitere Verzögerung in der Suche und im thematischen Index.

Aus persönlichen Gründen habe ich mich gegen eine Mitarbeit bei ctan.org entschieden. Man muss auch einmal loslassen können. Meine regelmäßige Kolumne zu den Neuen Paketen auf CTAN in der DTK führe ich aber gerne fort.

Außerdem möchte ich ausdrücklich dazu ermuntern, den Kolleginnen und Kollegen bei ctan.org unter die Arme zu greifen und dort mitzuarbeiten, wenn man sich ein Engagement bei der Pflege der Bestandsdaten vorstellen kann. Das kleine Team kann Hilfe gut gebrauchen.

Näheres zur Geschichte des TeX Catalogues und über eine Mitarbeit bei ctan.org habe ich in einem kleinen Aufsatz in der aktuellen TeXnischen Komödie Nr. 4/2018 zusammengefasst, der den gleichen Namen trägt wie dieser Blogpost.

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Rückblicke

Heute ist es zehn Jahre her, dass der erste Blogpost bei TeX & Friends erschien. Damals gab es eine Inhaltsangabe der letzten Ausgabe der TeXnischen Komödie, aber auch schon ein Blick auf das TeX-affine Umfeld in Form von Erweiterungen, die es damals für OpenOffice.org gab. Übrig geblieben ist davon mittlerweile nur noch Writer2LaTeX, das es mittlerweile in Version 1.9.3 alpha gibt.

TeX & Friends war formal mein erstes Blog – wobei ich ja immer die Ansicht vertreten habe, dass das Blog nur eine Spielart des Schreibens in Datennetzen ist. Das Usenet und die Mailinglisten gingen ihm voraus, und wie bei jedem Medienwandel ersetzen neue Medien die alten nicht, sondern ergänzen sie. Die schneeschmelze folgte im Januar 2009, der albatros genau vier Jahre später, aber so richtig erst seit 2015.

Blogs sind Zeugnisse von Übergängen – gesellschaftliche ebenso wie persönliche. Man beginnt ein Blog, man führt es, es entwickelt sich, was die Frequenz und die Inhalte angeht, man schreibt mal mehr, mal weniger, vielleicht schreibt man eines Tages gar nichts mehr oder nimmt das Blog ganz vom Netz. Bekanntschaften entstehen, Blog-Nachbarschaften auch, und lösen sich wieder. Das Netz folgt den Regeln der bürgerlichen Gesellschaft, die „kein anderes Band zwischen Mensch und Mensch übrig gelassen [hat], als das nackte Interesse, als die gefühllose ‚baare Zahlung.‘“ Und das freie Netz, das es vor zehn Jahren durchaus noch gab, gibt es nicht mehr. Die Folge: Immer mehr ziehen sich in virtuelle Hinterzimmer zurück, in ein digitales Biedermeier von geschlossenen Gruppen, geschlossenen Mailinglisten, geschlossen halt. Immer mehr verschließen sich, der Diskurs im Netz, von dem ich einmal ein Teil war, löst sich auf und verschiebt sich in private E-Mail-Verteiler, wo man weiß, an wen man sich wendet. Die Sklavensprache nach außen, die vertraulichen Verteiler als engstes Band nach innen. Und der Ekel vor dem Netz, den Günter Hack im Dezember 2013 ausgemacht hatte, legt sich über all das und bedingt es.

Ich glaube, ich gehöre zu denen, die sich mittlerweile doch wenigstens ein bisschen ausgebloggt und auskommentiert haben. Man ist müde geworden, die 15 minutes of world-fame kennt man schon, und ich wundere mich über die Kolleginnen und Kollegen, denen ich schon so lange folge und die es immer noch schaffen, regelmäßig etwas zu veröffentlichen und immer so weiter zu machen wie früher, und wenn man ihre Blogs mitliest, meint man tatsächlich, es wäre alles noch wie damals, oder jedenfalls ganz ähnlich. Wie wenn da einer… Chapeau! Ich meine das sehr ernst, und etwas depressiv gestimmt, durchaus.

Simone Stratil hat ihr Blog Papiergeflüster im Oktober geschlossen. Ein Jahr, nachdem sie bereits an ihrer Rolle gezweifelt hatte. Zu dieser Buchmesse war es soweit. I bid you farewell.

Bei Robert Basics plötzlichem Tod Anfang November 2018 war dieser stille Punkt zu fühlen, als die Gemeinde, die man in dem Moment zu Recht auch so nennen sollte, Rückschau hielt auf den gemeinsamen Weg, die Richtung unbekannt, und, wenn man es genau nimmt, schon so viele sind zumindest aus dem Blickfeld verschwunden. Die Zeit ist lang geworden. Das „Berliner Buch“ Zero Comments von Geert Lovink datiert von 2008, es ist so alt wie TeX & Friends. Ich stieg also ein, als es schon zuende ging. Pardauz.

Zum Schluss noch ein paar TeX-Neuigkeiten: Die LaTeX News 29 beschreiben den Dezember-2018-Release von LaTeX2e. Und LyX 2.2.3 ist heute veröffentlicht worden.

Zeit für ein Update.

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Zotero mit Unpaywall

Eine kurze Durchsage: Zotero nutzt in der neuesten Version Unpaywall, um auf PDFs von Aufsätzen zuzugreifen, die von den Verlagen ansonsten hinter einer Bezahlschranke versteckt werden. Der Geist ist aus der Flasche, es gibt kein Zurück mehr. Die Paywall wird immer löcheriger und ist schon lange am Ende. Wer wird denn da noch prozessieren?

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Aquamacs nicht kompatibel mit macOS Mojave

David Reitter weist auf der Mailingliste OS X Emacs darauf hin, dass Emacs 25 und 26 – also auch der aktuelle Aquamacs – nicht mit macOS Mojave kompatibel seien. Auf Nachfrage war die Rede von Problemen bei der Textdarstellung, ohne weitere Einzelheiten. Wer also mit Emacs teXt oder sonst arbeitet, sollte seinen Mac derzeit noch nicht auf das vergangene Woche veröffentlichte System upgraden.

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Keine Zotero-Erweiterung mehr für Safari 12

Eine Woche vor dem Release von macOS Mojave hat Apple schon heute mehrere Updates für Sierra und High Sierra veröffentlicht, darunter auch den neuen Safari 12.

Da Apple sein Ökosystem immer mehr schließt, müssen nun alle Erweiterungen für Safari durch die AppStore bezogen werden. Frei verteilte Versionen von Safari-Erweiterungen mit der Dateiendung .safariextz funktionieren nicht mehr, sie werden beim ersten Start von Safari 12 deaktiviert und gelöscht.

Das betrifft einige weit verbreiteter Erweiterungen, in meinem Fall vor allem den Werbeblocker uBlock Origin und den Connector zu der Literaturverwaltung Zotero.

Im Zotero-Forum wird darüber schon seit Juni diskutiert, und die Entwickler haben sich dafür entschieden, das Bookmarklet zu überarbeiten, mit dem man aus Safari in die lokale Zotero-App speichern kann. Beim nächsten Synchronisieren wandern die neu erstellten Einträge dann in die ggf. angebundene Cloud. Eine Zotero-Erweiterung für die AppStore soll es aber nicht mehr geben.

Wer also weiter mit Safari und Zotero arbeiten will, bleibt nur der Workaround über das Bookmarklet. Der weitere Betrieb von Safari 11 unter Sierra und High Sierra ist möglich, aber aus Sicherheitsgründen nicht zu empfehlen. Wer flexibler ist, kann stattdessen den Webbrowser wechseln und Firefox oder Google Chrome einsetzen, denn deren Zotero-Erweiterungen funktionieren natürlich weiterhin klaglos.

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