JabRef 3, Literaturverwaltungen im Vergleich, Zotero 4.0.27

Auf der JabRef-Users-Mailingliste hat Oliver Kopp angekündigt, daß JabRef demnächst aktualisiert werden soll. JabRef 3 werde im Rahmen eines Studienprojekts an der Universität Stuttgart im Wintersemester 2015/2016 und im Sommersemester 2016 auf den Stand von JavaFX und Java 8 gebracht. Jetzt würden noch „Customers“ und „Supervisors“ gesucht. Erstere als Tester.

Gleichzeitig hat Dorothea Lemke von der TU München auf der Mailingliste InetBib den alljährlichen Update der Übersicht über die aktuellen Versionen der Literaturverwaltungsprogramme für Bibliothekare und Benutzer angezeigt. Die in drei Sprachen verfügbare Übersicht vergleicht die Features von Citavi, Colwiz, Docear, EndNote, JabRef, Mendeley, RefWorks und Zotero.

Von Zotero gibt es seit gestern die neue Version 4.0.27 mit einigen Änderungen im Interface. In der klassischen Firefox-Version wurde das Speichern von Websites vereinfacht. Außerdem kann man nun die Ausgabe-Sprache der Bibliographie in den Einstellungen zentral auswählen – wenn der Zitierstil das unterstützt. Ein schneller Test mit meinen Zitierstilen zeigte, daß die an die deutsche Sprache angepaßten Stile derzeit noch den per Umschalter auf Deutsch lokalisierten Standardstilen überlegen sind, aber das kann sich ja demnächst – zumindest bei den wichtigsten von ihnen – noch ändern. Schade, daß die Standalone-Version auf dem Mac die üblichen Tastaturkürzel und die Menüaufteilung (nicht mehr?) unterstützt. Das Update steht über die Aktualisierung des Plugins bzw. der Standalone-Version zur Installation bereit.

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WordPress nach EPUB und weiter

WordPress und andere Blogsysteme haben zwar eine Exportfunktion, bieten aber sonst keine komfortablen Exportmöglichkeiten. Heraus kommt eine WordPress-XML-Datei, mit der man erst einmal wieder etwas anfangen können muß. Mit anderen Worten: WordPress ist ein Datensilo, das auch mit den üblichen Tools wie wget nicht mehr zu freien ist.

Zehn Jahre lang Texte im Web an unterschiedlichen Stellen: Darunter war soviel Gutes, daß man daraus getrost ein E-Book machen könnte. Aufgabenstellung: WordPress-XML nach EPUB/PDF.

Für WordPress gibt es Plugins, Konverter für die Kommandozeile gibt es anscheinend nicht. Ein interessanter Weg führt jedoch über das Schweizer Taschenmesser für E-Books, Calibre: Man kann damit nämlich beliebige RSS-Feeds als Nachrichtenquellen abonnieren, timer-gesteuert einlesen und nach EPUB konvertieren. Diese Python-Lösung ist eigentlich für den E-Book-Reader für unterwegs, fernab der Datennetze gedacht. Damit geht aber noch mehr, denn aus EPUB geht es direkt aus Calibre per Export weiter in viele andere Formate. Eine Alternative zur Weiterverarbeitung ist dann Pandoc, das auch von EPUB nach LaTeX, OpenDocument-Text (ODT) und MediaWiki umsetzt. Und natürlich nach MarkDown. Beziehungsweise mit Sigil – zur Not redigiert man den EPUB-Quelltext direkt mit irgendeinem fähigen Editor.

Die Grenze dieses Workflows liegt in der Zahl an Artikeln, die per RSS auf einmal ausgeliefert werden können, hier wird man ggf. über spezielle Export-Kategorien oder -Tags nachhelfen müssen, für die es ja jeweils eigene Feeds gibt. Und natürlich müssen es Volltext-Feeds sein. ;) Just a work-around. Still diggin’.

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Troubleshooting TeX Live 2015

Die Installation von MacTeX 2015 dauerte auf einem MacBook Pro Mid 2012 etwa fünf Minuten. Danach sollte man das Setup-2015.pkg aus dem Verzeichnis /Applications/TeX ausführen, das noch ein paar Bugfixes einspielt. Ein erster Test der Installation unter Mavericks verlief unauffällig. Auch das Preference Pane in den Systemeinstellungen und die TeX Live Utility funktionierte, vorausgesetzt, man wählt ein Repositorium, das schon auf die neue Version von TeX Live aktualisiert worden ist. In meinem Fall war es der Server der Fernuni Hagen: No updates available.

Auf der OS-X-TeX- und der TeX-Live-Mailingliste war gestern zu verfolgen, was für ein Drama bei der Veröffentlichung dieses Mal abgelaufen sein muß, denn der Release erfolgte während der WWDC, bei der die neue Version von OS X 10.11 El Capitan vorgestellt worden ist. Dick Koch berichtet, es habe deshalb eine Änderung in letzter Minute gegeben: Auf den älteren Versionen von OS X erzeugt das Setup zwei Symlinks zu den Binaries unter /usr/texbin und /Library/TeX/texbin. Unter El Capitan wird dagegen nur der letztere Link erzeugt. Deshalb sollte man auf dieser Plattform die Einstellungen der GUI-Anwendungen, mit denen man arbeitet, dementsprechend anpassen, wenn man später auf das neue Betriebssystem umsteigt. Weitere Probleme bei El Capitan seien derzeit nicht bekannt.

Grund für diese Änderung ist ein neues Feature in System 10.11, mit dem standardmäßig und kernelseitig verhindert wird, daß ein Benutzer (auch ein Admin) in das Verzeichnis /usr schreibt (was man beim Booten sowie über das Terminal deaktivieren kann). In die Verzeichnisse /usr/local und /usr/local/texbin hätte man schreiben können, die Entwickler entschieden sich aber letztlich für /Library/TeX/texbin, weil ihnen das längerfristig sicherer erschien. Der Entscheidung war zumindest bei Dick Koch eine schlaflose Nacht vorausgegangen, in der diese Änderungen buchstäblich in letzter Minute vorgenommen wurden.

Trotz aller Sorgfalt kam es aber wohl doch zu einem Problem mit dem TeX-Live-eigenen Paketmanager. Nachdem ein Anwender beim Aufruf von tlmgr unter Windows die Fehlermeldung Cannot determine release erhalten hatte, wies Adam R. Maxwell, der Entwickler der TeX Live Utility, darauf hin, daß die Datei /usr/local/texlive/2015/release-texlive.txt diesmal leider fehle – ein Fehler, den Karl Berry später zugab. Betroffen sei aber nur die derzeit noch aktuelle Internet-Version von TeX Live und MacTeX 2015, die spätere DVD-Fassung sollte die Datei enthalten. Wie eingangs bemerkt, trat der Fehler beim Test unter Mavericks nicht auf, obwohl die erwähnte Datei auch hier fehlt. Schaden kann es allerdings nicht, dieser Empfehlung von Adam R. Maxwell trotzdem zu folgen. ;)

Ach ja, Mavericks. Warum eigentlich immer noch Mavericks? Aus Gründen. Vielleicht mache ich irgendwann mal ein Upgrade auf El Capitan. Der schnelle Abgang von Yosemite nur ein Jahr nach der Markteinführung (!) ist ein deutliches Signal an die Benutzer für einen konservativeren Umgang mit OS X. Derzeit funktioniert hier eigentlich alles.

Und warum habe ich eigentlich die ganze Zeit auf das OS-X-TeX-Archiv bei Gmane verlinkt? Weil das Archiv bei der TUG derzeit auf dem Stand vom Mai 2014 und das kanonische Listen-Archiv offline ist. Aber das Interface von Gmane gefällt mir eigentlich sehr gut, muß ich sagen… ;)

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TeX Live 2015 ist fertiggestellt worden

Karl Berry hat am 12. Juni 2015 auf der TeX-Live-Mailingliste vorab bekanntgegeben, daß die Arbeit an der TeX-Distribution TeX Live 2015 abgeschlossen sei.

Die Distribution ist über die bekannten Quellen herunterzuladen. Dabei sollten – gerade in den ersten Wochen nach dem Release – Spiegel-Server vor den CTAN-Knoten bevorzugt werden, um die Serverlast zu verteilen.

Für die OS X- und Darwin-Plattformen ab Version 10.5 gibt es wieder MacTeX mit speziellen Anpassungen und Ergänzungen. MacTeXtras enthält eine Sammlung zusätzlicher Programme, die die Arbeit mit TeX & Friends auf dem Mac einfacher und schöner machen. Für Mac-Anwender mit geringer Bandbreite oder wenig Speicherplatz gibt es weiterhin BasicTeX. Die gute Nachricht: Auch die letzten Probleme mit Yosemite sollen nunmehr behoben worden sein. Insbesondere funktioniere das Preference Pane in den Systemeinstellungen nun auch auf dieser Plattform.

Eine offizielle Ankündigung zu dem Release werde folgen, schreibt Karl Berry, sobald die Dateien auf allen Servern des Comprehensive TeX Archive Networks CTAN reihum zur Verfügung stehen. Wer also sichergehen möchte, daß er jedenfalls die richtige Version erhält, sollte mit dem Download noch solange abwarten. Es kann sich nur um wenige Tage handeln, bis alle Server im Netzwerk auf demselben Stand sein werden.

Die wenigen Neuerungen im Vergleich zur Vorjahresversion sind der Dokumentation zu entnehmen.

TeX Live ist die freie TeX-Distribution, die von der TeX Users Group jährlich ehrenamtlich für alle wichtigen Plattformen erstellt wird. Sie enthält neben dem Textsatzsystem TeX auch alle notwendigen Makropakete und Programme, die für das Arbeiten mit LaTeX, pdf(La)TeX, Lua(La)TeX, Xe(La)TeX und ConTeXt benötigt werden. Ein eigener Paketmanager hält die Distribution auf dem aktuellen Stand, bis die jeweils nächste Version bereitsteht.

Die Pretests zu der neuen Ausgabe hatten im April begonnen. Allen Helfern einen herzlichen Dank für die viele Arbeit, die in das Projekt einfließt!

Weitere Beiträge zum Release:

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TeX Live 2014 eingefroren

Nach einer Vorankündigung am 10. April 2015 hat Karl Berry vergangene Nacht bekanntgegeben, daß er die Updates für TeX Live 2014 eingefroren habe. Abgesehen von chktex und Asymptote ständen alle Binaries zum Testen bereit.

Der Plan für TeX Live 2015 sieht den Public Release für Mai/Juni 2015 vor, auf jeden Fall rechtzeitig vor der Tagung TUG 2015, die vom 20. bis 22. Juli in Darmstadt stattfinden wird.

Update: Karl Berry hat am 17. April 2015 darauf hingewiesen, daß die Pretests begonnen hätten.

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Emacs, LaTeX, LibreOffice und Zotero

Emacs ist ein Projekt, das sich, wie man so sagt, „in aktiver Entwicklung befindet“. In meinem Fall, auf dem Mac, ist es der Aquamacs, der mit etwas Hilfe aus dem EmacsWiki schnell an die Gepflogenheiten von GNU Emacs angepaßt werden kann. Von allen Programmen, die ich beim Neuaufbau meines Systems vergangenen Oktober installiert habe, war der Aquamacs derjenige, der am schnellsten einsatzbereit war. Man darf gespannt sein, ob die Anstöße von Eric S. Raymond für ein neues Interface für die Online-Hilfe und die Dokumentation von Emacs fruchten werden – ich glaube es nicht wirklich, denn die Gemeinde wirkt auf mich am Ende zu „beharrlich“.

Langfristig frage ich mich natürlich, wie es weitergeht mit dem Schreiben auf dem Mac. Nachdem mein Workflow seit 2000 ganz auf Emacs plus LaTeX eingestellt war, waren mir erste Zweifel an der Zukunftsfähigkeit dieser Lösung gekommen, als selbst der Linux-Fanboy Michael Kofler sich 2013 von LaTeX abgewandt hatte. Auch wenn derzeit viel experimentiert wird, was die Konvertierung von LaTeX nach EPUB und anderen Web- und Reader-Formaten angeht, so zeigt sich doch immer mehr, daß LaTeX von einem Austausch- zu einem Zielformat geworden ist. Man konvertiert nach LaTeX, um einen Text schließlich für die Ausgabe in ein PDF sauber zu setzen. Dabei kann dann auch gezaubert werden, was das Layout angeht. Aber man schreibt einen Text zunehmend in Formaten wie Markdown oder – wenn es kein reiner Texteditor sein soll – in LibreOffice, das mit ODT ein flexibles XML-Format nativ ausgibt, aus dem man dann entweder mit Pandoc oder mit dem gerade in Version 1.4 neu aufgelegten Writer2LaTeX zu LaTeX gelangt.

Für ein Buchprojekt, das mich bis auf weiteres beschäftigt, habe ich mich gerade für die Kombination LibreOffice und Zotero entschieden. Obwohl die Zotero-Extension für LibreOffice auf dem Mac bis auf weiteres nicht tut, was sie soll. Weil noch nicht einmal Drag & Drop in den Writer hinein funktionieren, muß TextEdit als Umweg dienen, was aber nicht weiter schlimm ist, denn die Fundstellen, die auf diese Weise aus Zotero zu exportieren sind, halten sich in sehr engen Grenzen. Als Zitierstil verwende ich eine deutsche Anpassung für Chicago, die ich irgendwann einmal in dem riesigen Fundus im Web via citationstyles.org gefunden hatte. Die Literaturdatenbank von LibreOffice ist übrigens völlig unbrauchbar. Punkt.

Nota bene: LibreOffice 4.4 kann man bedienen, ohne irgendetwas von Input-Encodings und Font-Encodings oder was weiß ich auch immer wissen zu müssen. Die Lösung ist, pardon, gut genug für diesen Zweck, und einen direkten Export nach EPUB gibt es auch, er ist Teil von Writer2XHTML, dem Schwesterprojekt von Writer2LaTeX. Nur eines ist sicher: Am Ende des Projekts wird es ein mit LaTeX gesetztes PDF und ein EPUB geben, und ich werde darüber berichten, was ich dabei erlebt habe, insbesondere im Vergleich zu meinen bisherigen Erfahrungen mit LaTeX und Co. bei größeren Projekten.

Vorwegschicken kann ich, daß LibreOffice schon jetzt einen zwiespältigen Eindruck hinterläßt. Nach dem großen Aufräumen, das – in der Fastenzeit muß man es erwähnen – seit Version 4 sogar die beliebten und traditionellen Eastereggs erfaßt hat, und mehreren Umstellungen in der API ist auch immer wieder mal eine praktische Extension auf der Strecke geblieben, weil die Entwickler sie nicht angepaßt haben. Solche Erfahrungen waren schon vor längerem der Grund, mich von Firefox abzuwenden. Bei LibreOffice betraf das zuletzt auch den Wiki Publisher, mit dem man Writer-Dokumente nach MediaWiki exportieren konnte. Er fehlt auf unbestimmte Zeit in der Version für den Mac. Und auch das Vorlagenarchiv wurde kräftig entrümpelt. Höherwertige Vorlagen für LibreOffice findet man derzeit vor allem über die LibreOffice Box, die ehemalige PrOOo-Box.

Natürlich werde ich auch weiter mit LaTeX schreiben. Meine Briefvorlage ist, mit erprobtem Workflow, weiter in Gebrauch und wird, sobald ich Zeit dazu finde, ganz bestimmt auch einmal an das aktuelle KOMA-Script angepaßt. Bis dahin muß ich, wie seit einem guten Jahr schon, mit einer alten Version von KOMA-Script schreiben, denn meine Vorlage funktioniert mit dem aktuellen KOMA nicht mehr, und ich komme einfach nicht dazu, den Fehler zu suchen. An der Stelle möchte ich aber auch gerne bei LaTeX bleiben, denn LibreOffice ist für mich nur ein Tool, um Text einzugeben und in ein bestimmtes Dateiformat zu bringen; der Textsatz überzeugt mich weiterhin gar nicht. Und auch meine Präsentationen erstelle ich natürlich immer noch mit Beamer. – War doch klar, oder? ;)

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Writer2LaTeX lebt

Mehr als eineinhalb Jahre nach dem Release von LibreOffice 4 und gut vier Jahre nach der Veröffentlichung von Writer2LaTeX 1.1.5 hat Henrik Just die neue Version 1.2.1 von Writer2LaTeX freigegeben, in der die Dialoge des Exportfilters in der aktuellen Version wieder funktionieren sollen. Die neue Version ist von Sourceforge herunterzuladen. Vorausgesetzt wird mindestens Java 5. Wer es also testen möchte, probiere die neue Version mit einem LibreOffice 4 aus. Extensions für LibreOffice und Apache OpenOffice stehen in den jeweiligen Repositorien derzeit noch nicht bereit, werden der Ankündigung auf Sourceforge zufolge aber sicherlich auch dort bald folgen. So lange muß man aber nicht warten, denn alle Erweiterungen werden über Sourceforge mitverteilt. Die ebenfalls zu empfehlende Ergänzung Writer2xhtml gibt es als separate Extension.

Derzeit setze ich weiterhin LibreOffice 3 ein, weil Writer2LaTeX bisher nicht mit LibO 4 funktionieren wollte. Da ich derzeit mitten in einem laufenden Projekt keine Gelegenheit habe, LibreOffice und Writer2LaTeX upzudaten, kann ich die neue Version leider jetzt nicht ausprobieren, sondern gebe die frohe Kunde nur weiter.

Die nächste Entwicklerversion Writer2LaTeX 1.3.1 alpha ist ebenfalls herunterzuladen. Sie läuft allerdings unter Java 7 und ist, wie jede Alpha-Version, nicht für den produktiven Einsatz geeignet, sondern lädt die Wagemutigen zum Testen ein. Die weitere Roadmap verspricht neue Features. Vorschläge sind willkommen.

Für die Weiterentwicklung seines Exportfilters bin ich Henrik Just sehr dankbar. Er ist ein wichtiges Tool geworden, das LaTeX für die Anwender der Büro-Textverarbeitungen erschließt und uns hilft, Texte aus diesen Formaten zu konvertieren, um sie ordentlich zu setzen.

Der Auszug des Kapitels „Fremdformate umwandeln“ aus der zweiten Auflage von „LaTeX. Das Praxisbuch“ von Elke und Michael Niedermair steht übrigens weiterhin zum Download zur Verfügung. Darin wird der Einsatz von Writer2LaTeX ausführlich und gut nachvollziehbar beschrieben.

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Zurück zum TeX Catalogue

Zugegeben: Ich habe ein schlechtes Gewissen, denn ich habe mein Baby, den Topic Index zum TeX Catalogue, schon lange vernachlässigt – viel zu lange, denn ich mag ihn ja eigentlich immer noch sehr. Obwohl ihm mit ctan.org schon seit längerem eine starke Konkurrenz erwachsen ist. Die Suchmaschine dort funktioniert eigentlich sehr schön, Gerd Neugebauer hat erst gestern ein Update eingespielt, und natürlich ist sie viel aktueller und mächtiger als meine händisch gepflegte Liste – wenn man die richtigen Begriffe kennt, nach denen man suchen muß. Und das ist oft nicht der Fall. Für einen thematischen Einstieg halte ich deshalb gerade für Benutzer, die Englisch nicht als Muttersprache sprechen – und das dürften die allermeisten sein –, den Catalogue für unverzichtbar. Nicht weil er auf Deutsch wäre, denn das ist bekanntlich nicht der Fall, sondern weil er tatsächlich Themen präsentiert und die ganze Vielfalt der Pakete rund um TeX and Friends im sachlichen Zusammenhang erschließt. Das dürfte nicht nur für Anfänger hilfreich sein, denn bei der CTAN-Suche sind nach wie vor auch immer wieder Pakete unter den Ergebnissen, die aus ganz anderen Bereichen als dem gesuchten stammen. So ist das eben bei einer Volltextsuche ohne Empfehlungssystem im Hintergrund.

Deshalb habe ich damit begonnen, den Topic Index Schritt für Schritt zu aktualisieren – unter anderem mithilfe der Suche des CTAN-Portals. ;) Und das ist durchaus sehr interessant, denn ich war nun schon mehrere Jahre nicht mehr dazu gekommen, Updates einzuarbeiten, so daß da eine Menge liegengeblieben ist. Natürlich weiß ich das, denn ich habe ja kontinuierlich in der DTK über die „Neuen Pakete auf CTAN“ berichtet. Aber ich hatte es nicht geschafft, die neuen Pakete parallel dazu im Catalogue einzupflegen. Außerdem gibt es, wie ich gerade wieder selbst feststellen mußte, immer wieder Pakete, die auf CTAN installiert oder erneuert werden, ohne daß es dazu eine Ankündigung gäbe.

Ich gelobe Besserung, was mein Engagement angeht, und habe mir vorgenommen, mich im neuen Jahr wieder mehr der TeX-Dokumentation zuzuwenden. Nach der Erstellung des neuen Abschnitts über Registerhaltigkeit und Raster mit LaTeX habe ich nun noch die Teile zu Fußnoten, Endnoten und Randnotizen sowie zu BibLaTeX aktualisiert. Es ist ein Anfang.

Jetzt tritt aber erst einmal wieder eine Unterbrechung ein, denn ich bin nach Diktat verreist und verabschiede mich in die Winterpause.

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Eine Einführung zu LuaLaTeX

Wenn man sich in LuaTeX einarbeiten möchte, gibt es außer dem Buch von Herbert Voß weiterhin nur die kleine Einführung von Manuel Péguorié-Gonnard „A Guide to LuaLaTeX“, lualatex-doc. Zu Weihnachten 2011 hatte ich mir vorgenommen, sie auf Deutsch zu übersetzen. Damals war mir aber etwas dazwischengekommen, und so ließ ich es sein, behielt das Vorhaben aber seitdem die ganze Zeit über auf meiner Liste.

Weihnachten 2013 bot sich Gelegenheit zu einem neuen Anlauf. Fünfzehn Seiten auf Deutsch zu übertragen, schien mir diesmal machbar. Dabei hätte ein Aufsatz für die DTK herauskommen können. Ich begann ganz von vorn und schloß das Projekt nach vier Tagen ab – um erst danach zu entdecken, daß mir zwischenzeitlich jemand zuvorgekommen war. Erst als ich vorsorglich im TeX Catalogue nachschaute, ob es noch Pakete gebe, die ich in dem Abschnitt zu LuaTeX im Topic Index ergänzen könnte, stieß ich auf lualatex-doc-de von Christine Römer aus dem vergangenen Sommer. Das Paket war mir entgangen, weil es nicht auf der CTAN-Announce-Mailingliste angekündigt worden war. Deshalb hatte es auch nicht in meine Kolumne zu den „Neuen Paketen auf CTAN“ in der DTK Eingang gefunden.

Sehr schade, also. Die Arbeit hätte ich mir sparen können – und doch nicht, denn jede Übersetzung hat ihre Vorzüge und Schwächen. Deshalb möchte ich meinen Text doch zugänglich machen und habe ihn zwar nicht auf CTAN (denn dort gibt es ja schon ein Paket „lualatex-doc-de“), sondern auf meine private Website gestellt. Dort findet man nun also

Die Übersetzung steht, wie das englische Original, unter der GFDL.

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Kontonummern setzen

Bei meinem Kurs zur Digitalen Typographie an der VHS habe ich für den praktischen Teil zur Detailtypographie unter anderem auf Christoph Biers knappe Einführung typokurz zurückgegriffen, die in ihrer heutigen Fassung vor ziemlich genau vier Jahren aus einer intensiven Diskussion in der Newsgroup de.comp.text.tex hervorgegangen war – die erste Version datiert gar aus dem Jahr 2005 (meine Güte, wie die Zeit vergeht! ;).

Gibt es seitdem Neues? Ja, die Angabe von Kontonummern wird derzeit von dem Schema Kontonummer, Bankleitzahl auf die IBAN-Notation umgestellt, und die Banken haben BIC-Codes erhalten. Wir erinnern uns: Seither war es üblich, Kontonummern von hinten nach vorne in Dreiergruppen zu gliedern, während Bankleitzahlen von vorne nach hinten in Dreiergruppen gegliedert werden – zwischen den Gruppen jeweils ein enger Zwischenraum.

Natürlich wird über IBAN-Nummern und BIC-Codes in den einschlägigen Foren diskutiert, denn sie sind deutlich schwerer handhabbar als die alten Kontonummern und die BLZ. Offenbar sind sie nicht für Menschen gemacht worden, sondern für Computer: Viel zu lang sind sie, so lang, daß man sich sogar Gedanken darüber gemacht hat, ob man sie auf einem Briefbogen trennen dürfe (sic!). Sperrig sind sie, nicht selbsterklärend – mit einem Wort: Sie sind europäisch.

Empfohlen wird derzeit die Gliederung der IBAN in Vierergruppen von vorne. Dabei scheint mir aber ein enger Zwischenraum, wie ich ihn bisher bei Kontonummer/BLZ verwendet hatte, zu eng. Die lange, sperrige Nummer braucht eine stärkere Untergliederung, damit man sie besser erfassen kann, um sie von einer Rechnung abzuschreiben und in ein Überweisungsformular zu übertragen. Der Blick geht mehrfach hin und her, das Auge muß sich dabei an mehreren Punkten sicher orientieren können. Deshalb verwende ich hier ausnahmsweise normal breite Zwischenräume.

Anders als in dem im vorigen Absatz verlinkten Beitrag behauptet, wird der BIC-Code aber üblicherweise nicht getrennt. Es ist einfach ein alphanumerisches Kürzel für die Bank, das aus 8–11 Zeichen besteht.

DE12 3456 7890 1234 5678 90
HELADEF1822

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