Von LaTeX nach EPUB

Verfügbare Dateitypen nach Installation von Writer2LaTeX 1.1.5 alphaBereits im vergangenen November war die Alpha-Version des Exportfilters Writer2LaTeX 1.1.5 veröffentlicht worden. Sie ist derzeit nur von Sourceforge herunterzuladen. Die Zip-Datei enthält vier Extensions zu OpenOffice.org/ LibreOffice für die beiden Exportfilter Writer2LaTeX und Writer2xhtml sowie zwei weitere Neuerungen: Die noch experimentelle Erweiterung Writer4LaTeX soll die Integration von Writer2LaTeX mit der TeX-Distribution herstellen, während eine weitere Extension Konfigurationsmuster für Writer2xhtml enthält. Außerdem arbeitet Henrik Just an einer Unterstützung für die Literaturverwaltung Zotero. Es handelt sich um einen Entwickler-Snapshot, der nicht für den produktiven Einsatz empfohlen wird und der deshalb nicht über das Extensions-Portal von OpenOffice.org bereitsteht, dort gibt es derzeit weiterhin nur die stabile Version 1.0.2 vom vergangenen Sommer.

Writer2ePub in LibreOffice 3.3 RC4Eine wesentliche Neuerung in Writer2xhtml ist die derzeit häufig nachgefragte Konvertierung nach EPUB, dem freien XML-Format für E-Book-Reader. Writer2xhtml ist damit die zweite Extension zu OpenOffice.org/ LibreOffice für den Export von OpenDocument-Text nach EPUB neben Writer2ePub. Ersterer wird über die Exportfunktion von OpenOffice.org/ LibreOffice aufgerufen, während letzterer über eine eigene Symbolleiste zu starten und zu konfigurieren ist.

Viele Wege führen derzeit aus einer Reihe von Formaten nach EPUB, aber anscheinend gibt es keinen, der direkt von LaTeX dorthin weist. Der Umweg mithilfe von TeX4ht nach ODT (und der weitere Export nach EPUB aus OpenOffice.org/ LibreOffice) könnte insoweit weiterhelfen. Der Mangel an einem direkten Konverter von LaTeX nach EPUB dürfte anzeigen, daß die Verlage zumindest derzeit keinen Bedarf an einer Konvertierung ihrer LaTeX-Quellen in das neue E-Book-Format haben. Das könnte darauf zurückzuführen sein, daß Texte, die in LaTeX vorliegen, ganz überwiegend mit mathematischen Formeln versehen sind, deren Darstellung auf E-Book-Readern ohnehin nicht unproblematisch ist. Es könnte aber auch auf einen Bedeutungsverlust des Dateiformats LaTeX gegenüber XML-Formaten im professionellen Bereich hinweisen.

Ganz abgesehen davon steht übrigens die freie E-Book-Verwaltung Calibre zur Verfügung, die eine ganze Reihe von Konvertern enthält und die außerdem einen EPUB-Reader für den Desktop mitbringt. Calibre ist in gewisser Weise iTunes nachempfunden und bietet sogar eine Slideshow für Buch-Cover, läuft aber zumindest auf meinem Mac derzeit noch etwas hakelig. Die Geschwindigkeit, mit der neue Versionen veröffentlicht werden, ist derzeit ganz sicherlich sehr beeindruckend. Am meisten gefällt der automatische Import von Metadaten nach Eingabe der ISBN-Nummer, getestet anhand der E-Book-Version der LaTeX-Trilogie von Kopka. Größere elektronische Bibliotheken möchte man der Lösung aber zumindest derzeit aus Performance-Gründen noch nicht anvertrauen.

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