Desktop-Version von Zotero zum Testen veröffentlicht

Ein Vierteljahr nach der Ankündigung des Projekts „Zotero Everywhere“ liegt die Alpha-Version der neuen Standalone-Version der Literaturverwaltung vor. Bisher gab es Zotero nur als Add-on für Firefox. Ziel des Everywhere-Projekts ist es, Zotero von Firefox zu lösen, so daß er auch mit anderen Browsern verwendet werden kann. Dazu beginnt man mit Safari und Chrome; der Internet Explorer als einziger Browser, der nur unter Microsoft Windows läuft, soll folgen.

Die neue Version kann die Datenbank der letzten Add-on-Beta 2.1 nutzen, nicht jedoch diejenige der aktuellen stabilen Version 2.0.9. Die Desktop-Version kann auch nicht gleichzeitig mit dem Add-on eingesetzt werden. Wenn sie läuft, muß also entweder Firefox geschlossen werden oder man muß das Add-on in Firefox unter Extras|Add-ons deaktivieren. Wie jede Alpha-Software, ist sie nicht für den produktiven Einsatz geeignet, sie wird nur zu Testzwecken bereitgestellt, vieles läuft noch nicht rund. Beim ersten Programmstart wird automatisch das Plugin für MacWord 2008 installiert (nachdem der Anwender das Verzeichnis gewählt hat, in dem die AppleScript-Erweiterungen für Word abzulegen sind), die Integration für OpenOffice.org/ LibreOffice fehlt aber. Es muß wohl händisch in LO installiert werden (was ich bisher nicht getan habe, weil ich dafür keine Verwendung hatte, der Export aus Zotero per Drag-and-Drop in den Editor reicht mir vollkommen aus). Erste Testberichte sind gestern erschienen[1][2].

Zotero übernimmt bibliographische Metadaten aus der Website, die jeweils im Browser dargestellt wird, speichert sie in seiner eigenen Datenbank und exportiert sie in einer Vielzahl von Formaten und Zitierstilen, unter anderem im Format BibTeX. Bei Standalone-Zotero erfolgt die Übernahme der Daten aus dem Browser in die Literaturverwaltung mithilfe eines Browser-Plugins („connector“), das separat ebenda herunterzuladen ist. Nach der Installation des Plugins in Safari, erscheint eine neue Zotero-Schaltfläche in der Symbolleiste, zur Übertragung der bibliographischen Daten konnte ich Safari aber leider nicht bewegen.

Mit der Desktop-Version zielen die Zotero-Entwickler insbesondere auf den Konkurrenten Mendeley, eine Lösung, die die Literaturverwaltung mit einem sozialen Netzwerk für Wissenschaftler verbindet (was nicht so recht in Gang kommen will). Zuerst wurde Zotero um die Möglichkeit ergänzt, Daten in der Cloud in „Gruppen“ abzulegen, die man bei zotero.org beliebig einrichten kann, auch geschlossen für private Daten. Daneben wird auch ein beliebiger WebDAV-Server unterstützt. Auch Mendeley unterstützt BibTeX.

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