KOMA-Script 3.03, splitindex, Writer2LaTeX, odt2dtbook, juramisc, TikZ, LuaTeX, Typographie

Markus Kohm hat Version 3.03 von KOMA-Script auf BerliOS veröffentlicht. Neu zu dem Bundle hinzugekommen ist das Paket scrhack, das bisher in einer Alpha-Version vorliegt. Das Paket beseitigt Inkompatibilitäten anderer Pakete mit KOMA-Script, indem es bestimmte Makros, die immer wieder zu Problemen geführt haben, umdefiniert. Bisher hält scrhack Lösungen für die Pakete hyperref, float und listings bereit. Die neue Version von KOMA-Script ist dank tatkräftiger Mithelfer auch wieder auf CTAN zu finden.

Unterdessen ist Markus Kohms Paket splitindex, nachdem es aus TeX Live entfernt worden war, wieder in die Distribution aufgenommen worden. Es kann also nun auch wieder über den Paketmanager installiert werden. Allerdings kam es zu einem Fehler bei der Erstellung des Pakets, so daß das Skript vorläufig nicht funktioniert. Karl Berry hat angekündigt, dem sobald wie möglich abzuhelfen – aber vielleicht reichen die Hinweise, die Daniel Becker auf der TeX-Live-Mailingliste gegeben hat, der einen oder dem anderen bis dahin zur Selbsthilfe aus.

Der Konverter Writer2LaTeX, dessen Homepage, wie bereits erwähnt, gerade auf Sourceforge verlegt worden ist, wurde nunmehr in Version 1.0 beta vorgestellt. W2l konvertiert das native OpenOffice-Textformat ODT nach LaTeX2e. Der Konverter steht zur Installation in OpenOffice.org erstmals auch offiziell als Extension zur Verfügung. Für das Schwesterprojekt Writer2xhtml gibt es eine separate Extension. Damit kann die in OOo vorinstallierte Version leicht auf den neuesten Stand gebracht werden. Die Quellen gibt es als Tarball. Wer den Konverter auf der Kommandozeile einsetzen will, sollte das Zip-Archiv von Sourceforge herunterladen. Es enthält die Distribution in der bisher gewohnten Form. Autor Henrik Just weist darauf hin, daß die Extensions derzeit nicht in OpenOffice.org 3.1 installiert werden können, da der Extension Manager hierbei abstürze. OOo 3.1 befindet sich derzeit noch in der Entwicklung. Es soll Ende April 2009 veröffentlicht werden und eine Reihe neuer Features enthalten.

Eine weitere neue Extension für OpenOffice.org ist übrigens odt2dtbook, die das Speichern von ODT-Dokumenten im Format DAISY DTB erlaubt (einschließlich MathML). DAISY („Digital Accessible Information System“) ist ein ANSI/NISO-Standard, in dem insbesondere Hörbücher für Blinde und Sehbehinderte angeboten werden.

Axel Sodtalbers hat die Beta-Version 0.91b der Dokumentenklasse jurabook aus dem Paket juramisc auf seiner Homepage bereitgestellt. Es handelt sich um einen Bugfix-Release, bei dem ein, wie der Autor schreibt, „unglaublicher Tippfehler“ im Quelltext berichtigt worden sei. Außerdem können jetzt Fußnoten auch bei Verwendung der Option oldfootnotes mit einzeiligem Zeilenabstand gesetzt werden. Ein Update ist daher zu empfehlen.

Von David Haberthür stammt diese Anleitung zum Zeichnen einer Maßstabsleiste mit MATLAB und pgf/TikZ. Wie der Verfasser mitteilt, sei die Verwendung von MATLAB allerdings nicht zwingend.

Die Entwicklung von LuaTeX ist derweil bei Version beta 0.37.0 angekommen.

Zum Abschluß diesmal Hiweise zur Typographie und zur Drucktechnik: Christine Römer hat uns auf dieses Poster mit „12 goldenen Regeln für gute Typographie“ hingewiesen. Die wichtigsten typographischen Begriffe und Regeln werden hier auf einer Seite zusammengefaßt, und das ganze rund um das Motto: „Clevere Typographie macht Spaß“! Eine Art typographischer Crashkurs, also. Der Ersteller dieses „Ratgebers für die zeitgemäße und korrekte Textgestaltung“, die Firma Cleverprinting, bietet aber auch ein Handbuch mit Tips zur Erzeugung von PDFs für die Druckvorstufe zum kostenlosen Download an: Das „Cleverprinting-Handbuch 2009“. Die Darstellung erfolgt zwar nicht anhand von (La)TeX, sondern stellt auf den Einsatz von DTP-Programmen ab, es ist aber trotzdem jedem zu empfehlen, der PDF-Dateien für die Druckvorstufe zu erstellen hat (für den Hinweis bedanke ich bei dem Herrn Kollegen Michael Seidlitz). Und schließlich sei noch – nicht ganz unpassend zum heutigen Datum – das „Periodensystem der Schriften“ erwähnt. Der „Periodic Table of Typefaces – Popular, Influential & Notorious“ ordnet die am weitesten verbreiteten der vielen Schrifarten, mit denen es der Setzer heute zu tun hat, in Form des aus der Chemie bekannten Periodensystems an, beginnend bei der Helvetica als Nr. 1 und endend bei den Frakturschriften. Die Quellen, anhand derer dieses nicht ganz alltägliche Ranking erstellt wurde, sind auf der Abbildung angegeben, von der es auch eine größere und damit besser lesbare Fassung gibt. Die Zapfino trägt dabei übrigens die Nummer 51.

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