LaTeX3, BibDesk 1.3.20, Literaturverwaltungen und OpenOffice.org, Aquamacs Emacs 1.7preview-1, Google Summer of Code, TUG 2009, TUG-Logo, Interviews

Das LaTeX3-Team hat am 11. Februar 2009 die erste Ausgabe der „LaTeX3 News“ veröffentlicht. In der letzten Zeit ist offenbar Bewegung in das Projekt gekommen, was ja sehr zu begrüßen wäre, gerade angesichts des 15. Geburtstags von LaTeX2e im Sommer diesen Jahres. LaTeX3 besteht derzeit im wesentlichen aus dem Paket expl3, das auf LaTeX2e aufsetzt. Dieses Paket soll nun überarbeitet werden. Hierum werde später der LaTeX3-Kernel aufgebaut. Langfristig müsse LaTeX3 aber von Grund auf neu geschrieben werden, heißt es in dem Newsletter.

Die Literaturverwaltung BibDesk wurde in der Version 1.3.20 veröffentlicht (vgl. die Release Notes).

Im Apple-Forum bei Xing wurde unlängst die Frage nach einer Literaturverwaltung für den Mac gestellt. Mehrheitlich wurden BibDesk und JabRef, aber auch Zotero empfohlen. Die Fragestellerin wollte allerdings nicht mit LaTeX, sondern mit einer Textverarbeitung schreiben. Wie steht es also um die Zusammenarbeit von Literaturverwaltungen mit Textverarbeitungen? Michael McCracken schrieb vor kurzem, eine BibDesk-Integration für OpenOffice.org (OOo) sei bis auf weiteres nicht vorgesehen. Die Überarbeitung der Literaturdatenbank in OpenOffice.org stehe schon lange auf der Tagesordnung, sei aber nie ernsthaft in Angriff genommen worden. Da er aber nun bei Sun ständig mit StarOffice arbeite, wolle er die Frage im Auge behalten. Um BibDesk zusammen mit OpenOffice.org zu verwenden, empfiehlt er, bis auf weiteres seine Daten in ein Format zu exportieren, mit dem OpenOffice.org weiterarbeiten kann. BibDesk bietet zwar nicht das native Datenbankformat von OpenOffice.org an, OOo kann aber externe Literaturdatenbanken einbinden. Leichter ist die Zusammenarbeit von JabRef mit OOo, denn JabRef enthält Exportfilter für die Tabellenkalkulation OpenOffice.org Calc. Das genaue Vorgahen wird auf der Projekt-Homepage beschrieben. Ein neues OOo-Plugin für JabRef befindet sich noch im Alpha-Stadium. Zotero wiederum bietet zwar Plugins für Microsoft Word und OpenOffice.org, letzteres funktioniert aber wegen eines Fehlers im Python-Support in OOo 3.0 auf dem Mac derzeit nur über einen Workaround. Der Patch steht für Leopard zum Download bereit. Unter Tiger muß er händisch installiert werden.

Aquamacs Emacs 1.7preview-1 ist veröffentlicht worden. Es handelt sich derzeit um einen „nightly build“ für mutige Tester.

Die TeX Users Group wird, wie im Vorjahr, auch wieder am diesjährigen Google Summer of Code teilnehmen. Die derzeit vorgeschlagenen Projekte werden auf der TUG-Website vorgestellt.

Im Anschluß an die bereits angekündigten Tagungen wäre noch auf TUG 2009 hinzuweisen, die in diesem Jahr zum 30. Mal stattfinden wird. Veranstaltungsort ist die University of Notre Dame in Indiana, USA, vom 28.–31. Juli 2009. Frühbucherrabatt wird bis zum 27. April 2009 gewährt. Und selbstverständlich hat auch Duane Bibby wieder die TeX-Maskottchen zeichnerisch in gewohnt liebevoller Manier in Szene gesetzt.

Übrigens wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, um ein neues Logo für TUG zu entwickeln. Einsendungen werden bis spätestens 30. April 2009 erbeten. Wahrscheinlich soll das Logo bei der TUG 2009 im Sommer vorgestellt werden.

Abschließend der Hinweis auf zwei neue Interviews: In der TUG Interview Corner wird David MacKay vorgestellt, während Stian Rødven Eide mit dem FSFE-Fellow Colin Turner unter anderem über die Bedeutung von Freier Software für die Mathematik spricht:

– … Has the growing availability of Free Software helped furthering the field of mathematics?

– Not as much as it should have. By far and away the most popular packages in the field are proprietary, things like Mathematica, Mathcad, and so on. There are free alternatives, but these are often perceived to be weaker (and this is generally, unfortunately, true), and the free alternatives like Axiom and Maxima seem to be less well rounded. It’s harder to get students to learn them. On the other hand, things like LaTeX are a huge part of the maths education world, and excellent Free Software that is hard to beat. We keep trying to show the virtues of using Free Software in both teaching and research.

– Can using Free Software help people become better mathematicians?

– I’m not sure it particularly has that effect, it’s just that there are practical consequences to using free software that are generally helpful. For example, your research project doesn’t go belly up just because a proprietary firm stops making a product. It could be argued that the nature of software like LaTeX and R promotes better understanding however.

Dieser Beitrag wurde unter Neuigkeiten abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.