Helmut Kopka, Mathematiksatz, BibTeX

Der Autor Helmut Kopka ist am 7. Januar 2009 im Alter von 76 Jahren verstorben. Seine Einführung in das Textsatzsystem LaTeX erschien seit 1988 im Verlag Addison-Wesley und gehörte damit zu den ersten gedruckten Werken zu LaTeX in deutscher Sprache, wie man der Bibliographie von Nelson Beebe entnehmen kann. Seitdem ist „der Kopka“ bekanntlich auf drei Bände erweitert worden – ein Standardwerk, das praktisch in jeder wissenschaftlichen Bibliothek und auch bei vielen Anwendern greifbar ist. Die Übersicht bei der Reihe Pearson Studium zeigt, daß Band 2 derzeit nur noch im Rahmen der E-Book-Ausgabe lieferbar ist, die vergangenes Jahr erschienen war (vgl. meine Besprechung in DTK 4/2008, S. 70 ff.). Kopka war beim Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau als wissenschaftlicher Mitarbeiter beschäftigt. 1997 ging er in den Ruhestand. Danach erschien der dritte Band seiner Einführung, der bis heute unverändert vorliegt. Band 1 hatte Kopka zusammen mit Patrick Daly, dem Autor des BibTeX-Pakets natbib, seit 1993 in englischer Sprache unter dem Titel „Guide to LaTeX“ herausgebracht. Diese Einführung ist mittlerweile in vierter Auflage lieferbar.

Herbert Voß hat seine Einführung in den Mathematiksatz mit LaTeX „Math mode“ auf den neuesten Stand gebracht. Überarbeitet wurde vor allem die Bibliographie. Das 135 Seiten umfassende Paper ist eine aktualisierte Kurzfassung seines Buches, das im März unter dem Titel „Mathematiksatz mit LaTeX“ in der Reihe „Edition DANTE“ bei Lehmanns erscheinen soll.

Eine gute Ergänzung hierzu ist die Übersicht von Moritz Nadler „ISO-31-konformer Formelsatz in LaTeX“ (Quelltext), die den Mathematiksatz nach ISO darstellt, der in vielen Punkten von den deutschen Empfehlungen nach DIN abweicht, einschließlich dem Umgang mit Einheiten und Konstanten.

Abschließend noch einige Hinweise zur Arbeit mit BibTeX-Datenbanken:

Citeline, ein Dienst des MIT, hilft bei der Veröffentlichung eigener Bibliographien im Web, indem er BibTeX-Datenbanken nach HTML umsetzt. Diese können bebliebig weiterverwendet werden. Wer seine Bibliographie mithilfe des Firefox-Add-ons Zotero verwaltet, kann den Import der Daten nach Citeline nun wesentlich vereinfachen. Ein weiteres Firefox-Plug-in namens Zotz kann ganze Sammlungen aus Zotero über das BibTeX-Format nach Citeline exportieren. Ein Video demonstriert die Vorgehensweise im einzelnen.

CiteInPages von Jim Harrison ist eine Sammlung von vier AppleScripts, mit deren Hilfe die Literaturverwaltung BibDesk mit der Textverarbeitung Pages aus dem Office-Paket iWork von Apple zusammenarbeiten kann. CiteInPages soll mit Pages ’08 und ’09 funktionieren. Damit sei es möglich, sowohl einzelne Zitate als auch komplette Bibliographien in ein Dokument einzufügen. Wegen der eingeschränkten AppleScript-Unterstützung von iWork funktioniert CiteInPages allerdings nicht in Fußnoten, in Tabellen und in Textrahmen. Wenn also Fundstellen in Fußnoten in den Text eingefügt werden müssen, wird man sich leider nach einer anderen Lösung umsehen müssen. Wer auf dem Mac lieber mit Microsoft Word schreibt, der möge BibDesk To Word von Conan C. Albrecht testen. Das Python-Skript sucht alle Zitate in einem Word-Dokument und stellt aus den bibliographischen Daten, die in BibDesk vorliegen, eine Literaturliste zusammen. Diese Lösung baut auf den AppleScripts BibFuse von Colin A. Smith auf.

Zu ergänzen wäre, daß es auch vom Zotero-Team eine Extension für OpenOffice.org (leider auf dem Mac nur mit einem Patch in OOo 3.0 zu verwenden) und Plug-ins für Microsoft Word gibt (leider nicht für Word 2008).

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