DANTE-Tagung, Zeitschriftenartikel, XeTeX, emptypage, Buchbesprechungen, MiKTeX

Die Deutschsprachige Anwendervereinigung TeX (DANTE) e.V. lädt ein zur nächsten Frühjahrstagung, die vom 25. bis 27. Februar 2009 an der Technischen Universität Wien stattfinden wird. Die Website zur Tagung ist bereits online. Wer ein Tutorium oder einen Vortrag anbieten möchte, setze sich mit den Veranstaltern bis zum 10. Januar 2009 in Verbindung. Die Veranstaltung wird durchgeführt mit freundlicher Unterstützung des Instituts für Computersprachen der Technischen Universität Wien und der Kurt-Gödel-Gesellschaft, Wien. DANTE wurde übrigens 1989 gegründet; der Verein besteht im Jahre 2009 also seit 20 Jahren.

George Grätzer, der Autor von „More Math into LaTeX“ (Springer, 2007), hat in den „Notices of the American Mathematical Society“ einen zweiteiligen Beitrag „What Is New in LaTeX?“ geschrieben, in dem die wichtigsten Neuerungen der letzten Jahre knapp zusammengefaßt werden. Der erste Teil ist in Nr. 1/2009 erschienen: Was also ist neu bei LaTeX?

In two words: Not much. … So why is it that any LaTeX expert you talk to is so excited about the changes that are taking place?

Es kommt dann anscheinend doch einiges zusammen. Teil 1 handelt vor allem von Xe(La)TeX. Der zweite Teil folgt in einer späteren Ausgabe der Zeitschrift.

Grätzer verweist in seinem Artikel auf eine Präsentation zu XeTeX, die Jonathan Kew bei der BachoTeX-Tagung gehalten hatte, welche rund um den 1. Mai 2008 im polnischen Bachotek stattfand. Die Vorträge der Tagung sind weiterhin online verfügbar, jeweils als Quicktime- und als Flash-Videos. Man kann sie auch als Podcast abonnieren, dann sieht man aber nur die Präsentation selbst und hört die Tonaufzeichnung der Vorführung, während im Stream zusätzlich noch der Referent beim Vortrag zu sehen ist. Eine Empfehlung für diejenigen, die jetzt zwischen den Jahren vielleicht die Zeit zum Betrachten der Videos haben.

Eine deutschsprachige Einführung zu XeTeX von Ulrike Fischer erschien in DTK 3/2008, S. 7–35 (dazu gab es einen kritischen Leserbrief von Lutz Ihlenburg in DTK 4/2008, S. 77 f.). Grundlegend ist Michel Goossens‘ „XeTeX Companion“, derzeit weiterhin auf dem Stand vom 21. Januar 2008. Das Buch beruht auf Material, welches bei der Neubearbeitung des LaTeX Graphics Companion zusammengetragen worden war und umfaßt immerhin 92 Seiten. Es ist ein „work in progress“ und soll bei Gelegenheit an die Entwicklung von XeTeX angepaßt werden.

Die Online-Zeitschrift der TeX Users Group (TUG) PracTeX Journal Nr. 3/2008 (TPJ) beschäftigt sich mit dem Thema „LaTeX and TeX on the Web“. Tim Arnold beschreibt darin den noch relativ neuen LaTeX-zu-XHTML/XML-Konverter plasTeX, der vollständig in Python geschrieben wurde. Paul Blaga bespricht die vierte Auflage (2007) des eingangs bereits erwähnten Bandes „More Math into LaTeX“ von George Grätzer und „Tout ce que vous avez troujours voulu savoir sur LaTeX sans jamais oser le demander“, ein (einschließlich LaTeX-Quelltext) frei erhältliches E-Book von Vincent Lozano (Framabook, 2008), das Blaga und Sésamath gleichermaßen loben.

Die Zeitschrift der italienischen TeX-Anwendervereinigung GuIT, Ars TeXnica, erscheint nun schon seit zwei Jahren. Die Hefte sind mit einem Jahr Verzögerung nach dem Erscheinen online verfügbar. Weil einige der Beiträge auf Englisch erscheinen, sind sie sicherlich auch für diejenigen Leser von Interesse, die des Italienischen selbst nicht mächtig sind.

Zur Urlaubszeit um Weihnachten und Neujahr werden immer wieder einige neue oder überarbeitete Pakete auf CTAN gestellt. Das neue LaTeX-Paket emptypage von Karl Wette dient zum Entfernen von Seitenzahlen und Kopfzeilen auf ansonsten leeren Seiten eines Dokuments. Als ich einst meine Diss setzte und als PostScript-Datei ablieferte, wurde dieses Feintuning vom Verlag vor dem Druck besorgt. Nun kann man dies also von einem Paket erledigen lassen.

Christian Schenk, der Entwickler der TeX-Distribution MiKTeX, hatte bereits im Oktober 2008 darauf hingewiesen, daß die Unterstützung für MiKTeX 2.5 zum Ende des Jahres auslaufen werde. Die Nachricht ist vor allem für Anwender von Bedeutung, die weiterhin auf älteren Windows-Plattformen arbeiten. MiKTeX 2.6 dürfte die letzte Version von MiKTeX gewesen sein, die noch unter Windows 9x/ME/NT funktionierte. Windows 95 wird schon seit Februar 2006 nicht mehr unterstützt weil Visual Studio 2008, mit dem Christian Schenk arbeitet, für diese alten Plattformen nicht mehr gepflegt wird.

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