TeX & Friends

CRE 127, Eitan M. Gurari, Detexify^2, TeXworks, TeX Live 2009, MacTeX, PDF-Tools, KOMA-Script, Memoir, l2kurz auf Persisch, LuaTeX, ConTeXt, Zotero, Zeitschriftenbeiträge

Veröffentlicht in Neuigkeiten von jfenn am 18. Juli 2009

Zu Anfang zunächst einige Ergänzungen zu meinem letzten Blog-Beitrag: Der Podcast zu TeX und LaTeX in Tim Pritloves Chaosradio Express 127 hat zu einer sehr lebhaften Resonanz im Chaosradio Blog geführt, wo es bis heute 76 Kommentare gegeben hat, was auch für die diskutierfreudige Hörergemeinde des CRE eine erfreulich große Zahl darstellt. An der Diskussion hat sich auch Joachim Schrod beteiligt. Er beantwortet einige Fragen und Kommentare von Hörern, und er führt auch einige Punkte, die in dem Podcast zur Sprache gekommen waren, weiter aus.

Dave Walden hat einen Nachruf auf Eitan M. Gurari entworfen, der in der nächsten Ausgabe von TUGboat erscheinen soll. Der Entwickler des Konverters TeX4ht war am 22. Juni 2009 verstorben. Er wollte bei der Tagung TUG 2009 einen Vortrag halten, die am Ende dieses Monats in Notre Dame im US-Staat Indiana stattfinden wird.

Das Online-Tool Detexify von Daniel Kirsch zur Auswahl von LaTeX-Symbolen wurde weiterentwickelt und steht nun unter einer neuen URL als Detexify^2 zur Verfügung.

Die Entwicklung des neuen Editors TeXworks ist weiter vorangekommen. Das Projekt hat nun die stolze Versionsnummer 0.1 erhalten. Neben Binaries für Windows gibt es nun auch neue Universal Binaries für Mac OS X auf der Projekt-Homepage bei Google Code. Der Editor hat auch ein Icon erhalten, das in den neuesten Versionen so bzw. so aussieht. Die Version für den Mac ist brerits recht brauchbar geworden, zeigt im Test aber noch einige mehr oder weniger grobe Schnitzer. Vom produktiven Einsatz ist derzeit also noch abzuraten. Auf dem Mac wird man wahrscheinlich eher beim Original bleiben und den Editor TeXShop verwenden, der bekanntlich als Vorbild für TeXworks gedient hatte. TeXworks soll zusammen mit der Windows-Version von TeX Live 2009 und in MacTeX 2009 verteilt werden.

Die Vorbereitungen und Tests für TeX Live 2009 laufen derweil weiter. Dick Koch hat gerade eine neue, korrigierte Vorab-Version von MacTeX bereitgestellt, die man von den CTAN-Spiegelservern herunterladen und ausprobieren kann. Die derzeit letzte Version trägt die Bezeichnung: mactex-2009-july-17.mpkg.zip. Sie ist 1,3 GB groß.

Das freieMagazin 7/2009 ist erschienen und berichtet ab Seite 44 unter anderem über freie Tools zum Zerteilen von PDF-Dateien. Florian E. J. Fruth verweist zunächst auf die bereits in der März-Ausgabe erschienene „Bastelstunde“ von Thorsten Schmidt zu dem PDF-Toolkit pdftk, in der die Bearbeitung von PDF-Dateien mithilfe des Kommandozeilentools bereits vorgestellt worden war. Eine weitere empfehlenswerte Einführung von Stefan Lagotzki findet man übrigens in DTK 4/2004 ab Seite 19. Im Ergebnis empfiehlt Fruth übrigens zum Zerteilen von PDF-Dateien dann eher die Programme PDF-Shuffler und PDF-Quicksplit.

Am 14. Juli 2009 wurde KOMA-Script 3.04 veröffentlicht. Auf einige Neuerungen hatte ich bereits hingewiesen. Neu hinzugekommen ist nun eine lco-Datei zum Bedrucken von Etiketten mit der Briefklasse scrlttr2. Markus Kohm erkundigt sich übrigens in seinem Blog, ob er weiterhin über die Entwicklung von KOMA-Script und über das KOMA-Script Documentation Project bloggen solle. Bisher haben sich sämtliche Teilnehmer an der Umfrage dafür ausgesprochen. Markus hegt aber noch Zweifel, weil die Anzahl der Teilnehmer doch recht klein ist. Wer seine Stimme abgeben möchte, melde sich bei dem Projekt an und beteilige sich an der Umfrage im linken Seitenrand unterhalb der Nagivation.

Auch zur Memoir-Klasse von Peter Wilson gibt es Neues zu berichten. Lars Madsen hat einige kleinere Updates eingearbeitet und das Manual auf den neuesten Stand gebracht.

Von der bewährten LaTeX-Einführung l2kurz gibt es nun auch eine persische Übersetzung von Mehdi Omidali. Vafa Khalighi weist darauf hin, daß sie mithilfe von XeTeX mit den Erweiterungen xepersion und bidi gesetzt wurde. Das Ergebnis ist aus drucktechnischer Sicht sehr beachtlich – auch wenn man der persischen Sprache nicht mächtig ist. Probleme gibt es derzeit noch noch mit dem Paket hyperref beim Textsatz von rechts nach links, wie Vafa Khalighi auf Nachfrage erklärt[1],[2]. Die Bookmarks in der PDF-Datei funktionierten deshalb leider nicht.

Der aktuelle Stand von LuaTeX ist v0.42.0. Taco Hoekwater hat also diesmal keine Beta-Version veröffentlicht. Es handelt sich aber trotzdem nur um einen „snapshot release“, der nicht für den produktiven Einsatz gedacht ist.

Auch zu ConTeXt gibt es Neuigkeiten: Das Wiki ConTeXt Garden wird am 24. Juli 2009 fünf Jahre alt, schreibt Patrick Gundlach im ConTeXtgarden-Blog. Herzlichen Glückwunsch, und vielen Dank an die Maintainer! Außerdem gibt es jetzt ein Git-Repository, das den gesamten ConTeXt-Quelltext bereitstellt. Es wird täglich kurz nach Mitternacht synchronisiert. Dort findet man also auch die neue aktuelle Version, die Hans Hagen am Freitag veröffentlicht hat. Voraussetzung ist LuaTeX 0.42.

Derzeit teste ich weiterhin Zotero 2.0 beta in Firefox 3.5 – zweimal bleeding edge, sozusagen. Das herausragende neue Feature von Zotero 2 ist der Austausch von bibliographischen Daten im Team über den Zotero-Server. Wer sich an dem Test beteiligen möchte, kann sich gerne die beiden Gruppen anschauen, die ich vor kurzem dort angelegt habe: In die Gruppe texandfriends habe ich einige teXnische Titel eingestellt. Die Gruppe openoffice.org ist derzeit noch leer. Eine weitere Gruppe habe ich zur sozialrechtlichen Literatur eingerichtet. Wer Zotero zum Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit einsetzen möchte, sollte derzeit noch bei der stabilen Version 1.0 bleiben.

Abschließend ein Hinweis auf zwei Zeitschriftenbeiträge mit Bezug zu (La)TeX. Klaus Peters, der einst in den 1960er Jahren das Mathematik-Programm bei Springer aufgebaut hatte, schreibt in den Notices der AMS (August 2009, 819–822) über das Thema Why publish Mathematics?, und natürlich kommt auch TeX darin vor (821):

The technological environment of publishing has changed and continues to change dramatically. I will list and briefly comment on two aspects: … In my lifetime as a publisher two major innovations affected the production process. a) Offset printing … b) A new method of typesetting, TeX, was developed, and it conquered the scientific community and soon the publishing industry by storm. This program allows authors to prepare manuscripts in a form that resembles classical typesetting and seemingly eliminates a whole step in the production process. The benefits are enormous, and, if used appropriately, TeX saves time and money to a degree that has probably not been fully studied and appreciated. However, as with offset printing, the use of TeX has encouraged a trend towards acceptance of manuscripts in a form that resembles finished products and seems to allow bypassing the editing and designing process that is essential for good book making. The uncritical analysis of the consequences of such technological innovations has led to misunderstandings that affect the valuation of the role of publishers. …

Es wäre zu ergänzen, daß auch in denjenigen Fächern und bei den Verlagen, bei denen üblicherweise nicht mit (La)TeX gearbeitet wird, das Lektorat ebenfalls schon längst eingespart worden ist. TeX hat hier also sicherlich in der damaligen Zeit, als es erstmals Verbreitung fand, einen wichtigen Anstoß für die Entwicklung des Herstellungsprozesses gegeben. Die Entscheidung aber, nicht nur den Satz, sondern auch das Lektorat und schließlich auch das Korrektorat ganz in die Hände des Autors zu legen (im Falle meiner Dissertation: auch die Formulierung des Werbetexts und des Klappentexts), lag und liegt bei den Verlagen.

Weiterhin erscheint in c’t 16/2009 auf Seite 152 eine FAQ zum Textsatz mit TeX/LaTeX, die ich in Zusammenarbeit mit der Redaktion geschrieben habe. Als Adressat hatten wir dabei einen Anfänger im Blick, der üblicherweise mit einer Textverarbeitung unter MS Windows arbeitet und der sich fragt, ob er den Schritt in die TeX-Welt wohl wagen solle. Das Zusammenspiel von TeX-Distributionen, -Editoren und Previewern wird deshalb ebenso erklärt wie die Pflege einer TeX-Distribution. In der „Hotline“ auf Seite 149 f. erkläre ich außerdem, warum man Writer2LaTeX nun in OpenOffice.org 3.1 nachinstallieren muß und wie man dabei vorgeht.

Eitan M. Gurari, Bing, Typographie-FAQ, Korrekturzeichen, Carbon Emacs und AUCTeX, Aquamacs, Kile 2.1 beta, TeXMaker 1.9.2, LyX 1.6.3, Donald E. Knuth, Chaosradio Express, UK TeX FAQ v3.19, LaTeX3, TUG 2009, TeX Live 2009, biblatex, KOMA-Script, deutsche Trennmuster, BibDesk, grid, Detexify, DTK 2/2009, Zeitschriftenbeitrag

Veröffentlicht in Neuigkeiten von jfenn am 5. Juli 2009

Der Entwickler des Konverters TeX4ht Eitan M. Gurari ist am 22. Juni 2009 im Alter von 62 Jahren verstorben. Gurari war ursprünglich Physiker. Er schloß sein Studium 1971 am Israel Institute of Technology ab und wandte sich dann der Informatik zu. 1982 kam er an die Ohio State University, wo er bis zuletzt als Professor tätig war.

Im Nachruf der Universität heißt es zutreffend zu TeX4ht:

His creation, the TeX4ht system, has been widely used worldwide in the scientific community for publishing research papers on the Internet and is generally considered to be the best application to translate LaTeX into other formats. He often received emails from users praising and appreciating the various software systems he had single-handedly built.

TeX4ht war ursprünglich als Konverter von LaTeX nach HTML entworfen worden. Die klassische Beschreibung findet man im LaTeX Web Companion (S. 155–194), dessen Co-Autor Gurari 1999 war, gemeinsam mit Michel Goossens, Sebastian Rahtz, Ross Moore und Robert Sutor. Das Programm wurde danach ganz wesentlich erweitert. Schon längst ist es ein Konverter von LaTeX nach diversen XML-Formaten. Neben XHTML und MathML können auch DocBook und TEI sowie OpenDocument (ODT) erzeugt werden, eine Arbeit, die, wie Gurari einmal schrieb, sehr aufwendig gewesen sei. TeX4ht schlägt damit eine äußerst wichtige Brücke zwischen der LaTeX-Welt und XML sowie der Welt der Office-Textverarbeitungen.

Eitan Gurari las comp.text.tex regelmäßig, und er half immer schnell weiter, wenn Anwender Fragen zu TeX4ht stellten oder von Problemen berichteten. Er war ausgesprochen hilfsbereit und sehr darum bemüht, Bugs so bald wie möglich auszubügeln.

Nach den etwas enttäuschenden ersten Eindrücken von der neuen Suchmaschine Wolfram|Alpha, habe ich natürlich auch Microsofts Live-Search in neuem Gewand getestet. Bing bietet vor allem malerische Hintergrundphotos auf der Startseite, kann aber nicht zwischen „LaTeX“ und „Latex“ unterscheiden. Nach der Eingabe von „LaTeX“ geht es in den Suchergebnissen kreuz und quer zwischen dem LaTeX-Artikel in Wikipedia, „Latex-Yvonne“ et al. und den Websites von Herstellern medizinischer Latex-Artikel hin- und her, was ganz sicherlich nicht sonderlich hilfreich ist, wenn man nach Weiterführendem zum Textsatz sucht.

Die FAQ der Newsgroup de.etc.sprache.deutsch enthält auch einen Abschnitt zur Typographie deutschsprachiger Texte – vielleicht eine hilfreiche Ergänzung zu Christoph Biers typokurz oder zu Georg Verweyens Seiten zu „Typographie und LaTeX“.

Eine Übersicht zu den Korrekturzeichen nach DIN 16511 gibt es bei cleverprinting (PDF-Datei).

Der Entwickler des Carbon Emacs, einer Emacs-Distribution für Mac OS X, Seiji Zenitani, stellt einen Fix bereit für alle Anwender, die Probleme mit den Icons der Symbolleisten und mit den Tastenkürzeln bei AUCTeX haben sollten.

David Reitter hat Version 1.8 seines Aquamacs Emacs veröffentlicht. Das Changelog enthält eine Reihe von Bugfixes und Änderungen bei der Bedienung, die auf mich aber eher den Eindruck von größtenteils überflüssiger Spielereien machen und die mich jedenfalls nicht von meinem gewohnten Carbon Emacs abbringen werden. Wer gerne an der cutting edge lebt, kann bereits den nightly build von Version 2.0dev herunterladen. Hier hat sich im Vergleich zu füheren Versionen schon mehr getan. Insbesondere baut Aquamacs 2.0 auf dem neuen Emacs 23 auf, eine neue Version, die viele Neuerungen mit sich bringt, vor allem (siehe unter „Future versions“) eine verbesserte Unicode-Unterstützung.

Von zwei weiteren Editoren gibt es neue Versionen: Kile 2.1 beta wurde veröffentlicht, und TeXMaker 1.9.2 ist freigegeben worden.

LyX 1.6.3 ist am 4. Juni 2009 veröffentlicht worden. Vorkompilierte Binaries für Windows, Cygwin und Mac OX X (Universal) können vom FTP-Server des Projekts heruntergeladen werden. Es handelt sich um einen Maintenance-Release, der außer größerer Stabilität zwei weitere Vorteile bietet: Der Konverter tex2lyx, der für den Import von LaTeX-Dokumenten in LyX benötigt wird, ist nun in der Lage, Dateien in allen Kodierungen zu lesen, die von LaTeX unterstützt werden. Außerdem wurde die Geschwindigkeit beim Bearbeiten von mehrteiligen Projekten aus Haupt- und Teildokumenten wesentlich verbessert. Vorwiegend optische Änderungen ergeben sich bei der Kompilierung von LyX gegen Qt 4.5.

Donald E. Knuth hat im April 2009 einen Brief an die Präsidentin des Europäischen Patentamts in München geschrieben, in dem er sich gegen Softwarepatente ausspricht.

Basically I remain convinced that the patent policy most fair and most suitable for the world will regard mathematical ideas (such as algorithms) to be not subject to proprietary patent rights. For example, it would be terrible if somebody were to have a patent on an integer, like say 1009, so that nobody would be able to use that number “with further technical effect” without paying for a license. Although many software patents have unfortunately already been granted in the past, I hope that this practice will not continue in future. If Europe leads the way in this, I expect many Americans would want to emigrate so that they could continue to innovate in peace

Er bekräftigt damit seine Ansicht, die er bereits 1994 zur Praxis der Softwarepatentierung in den USA geäußert hatte:

For example, I developed software called TeX that is now used to produce more than 90% of all books and journals in mathematics and physics and to produce hundreds of thousands of technical reports in all scientific disciplines. If software patents had been commonplace in 1980, I would not have been able to create such a system, nor would I probably have ever thought of doing it, nor can I imagine anyone else doing so.

In der Anlage überreicht Knuth seine damalige Stellungnahme sowie die Mitschrift einer Vorlesung, die er im Jahre 2001 in München gehalten hatte (All questions answered, in: Notices of the AMS, March 2002, 318, 324).

Außerdem fand ich das Video eines etwa einstündigen Vortrags, den Knuth am 16. März 2009 in der Reihe Authors@Google zum Thema Glaube und Wissenschaft gehalten hatte. Er pflegt schon einen sehr feinen sense of humour.

Und wer noch nicht wußte, wie Knuth einst seine Diss schrieb, sollte unbedingt diese Schilderung lesen (Quelle).

Tim Pritlove hat die neueste Folge Nr. 127 seines Podcasts „Chaosradio Express“ TeX gewidmet: „TeX und LaTeX. Das perfektionistische Satzsystem setzt auch heute noch den Maßstab für digitalen Schriftsatz“. Es ist wohl ein Geburtstagsgeschenk zum diesjährigen 15. Geburtstag von LaTeX2e.

Tim Pritlove unterhält sich zwei Stunden lang mit DANTE-Gründungsmitglied und CTAN-Maintainer Joachim Schrod

… über den historischen Ursprung von TeX und seinen technischen Aufbau. Zur Sprache kommen unter anderem die Person Donald Knuth und sein Perfektionismus, das Prinzip der TeX-Makrosprache, warum digitale Gummibänder der Schlüssel zum Schriftsatz sind, TeX und Schriftarten, die Funktionalität von LaTeX, sonstige TeX-Werkzeuge und Editoren und Stammtische und Konferenzen.

Sie sprechen also eigentlich über alles. Wahrscheinlich gibt es bis auf weiteres keine Quelle, bei der man in derselben Zeit genausoviel Informationen zum Thema erhält. Die ganze Saga aus erster Hand. Joachim Schrod schrieb dazu auf TeX-D-L:

Das Interview war ohne Vorgaben, Vorbereitung und ohne Fragenkatalog. Sozusagen als „Kaminzimmergespräch“. Dementsprechend ist auch alles, was ich gesagt habe, ohne Unterlagen oder Nachsehen spontan geäußert worden. Die Länge und das Format ist offensichtlich ein Markenzeichen von Tim’s Podcasts.

Zur Ergänzung gibt es übrigens CRE 080 zur Typographie.

Robin Fairbairns hat Version 3.19 seiner UK TeX FAQ online gestellt. Weil die Überarbeitung der FAQ von DANTE leider wieder ins Stocken geraten ist, handelt es sich dabei weiterhin um die derzeit aktuellste Quelle von Informationen rund um TeX & Friends, deren Lektüre jedem TeX-Anwender uneingeschränkt zu empfehlen ist. Damit das auch in Zukunft so bleibt, möchte Robin Fairbairns seine FAQ langfristig auf eine neue Plattform umziehen, um die Mitarbeit anderer Autoren zu ermöglichen. Er lädt alle dazu ein, sich bei ihm zu melden, die hieran mitarbeiten möchten.

Das LaTeX-Projekt hat die LaTeX3 News Nr. 2 veröffentlicht, um über den Fortgang der Entwicklung zu berichten. Die Überarbeitung des Pakets expl3 ist weitgehend abgeschlossen. Es soll noch geringfügige Änderungen geben, die aber keine größeren Auswirkungen mehr auf die Funktion des Pakets im ganzen haben werden. Es ist bereits auf CTAN verfügbar und wird in TeX Live 2009 enthalten sein. Zukünftige Updates sollen nicht mehr ausschließlich auf der Projekthomepage, sondern auch auf CTAN veröffentlicht werden. Das bedeutet, daß man den neuesten Code nicht mehr per SVN auschecken muß. Es wird ab jetzt fortlaufend Pakete für TeX Live und MiKTeX geben, die man über den TeX Live Manager bzw. über den MiKTeX Package Manager jeweils auf den neuesten Stand halten kann. LaTeX2e ist dementsprechend eingefroren worden. Die Projektmitglieder arbeiten nur noch an LaTeX3. Morten Høgholm wird auf der TUG 2009 zum Stand von LaTeX3 referieren. Neuigkeiten über das Projekt werden nun auch über einen RSS-Feed angekündigt.

Die Tagung TUG 2009 in Notre Dame im Staate Indiana in den USA steht mithin vor der Tür. Sie wird vom 29. bis 31. Juli 2009 stattfinden. Das Programm der Konferenz ist nun bekanntgegeben worden.

Die Veröffentlichung von TeX Live 2009 wird noch etwas auf sich warten lassen. Die Vorabtests haben begonnen, an denen sich jeder Interessierte beteiligen kann.

TeX Live 2009 wird wahrscheinlich Version 0.9 des Pakets biblatex von Philip Lehman enthalten und kann somit per TeX Live Manager installiert werden. Bisher war es nicht Bestandteil der TeX-Distribution, weil es noch als experimentell galt, obwohl es schon seit längerem von vielen Anwendern zur Literaturverwaltung genutzt wurde.

Für KOMA-Script gibt es nun auch lco-Dateien zum Schreiben französischer, japanischer und amerikanischer Briefe. Eine Übersicht über die derzeit im KOMA-Script-Projekt verfügbaren Dateien findet man übrigens hier, darunter auch meine Briefvorlage für scrlttr2. Man beachte die Navigationsleiste im linken Seitenrand.

Stephan Henning hat v0.20 RC1 der neuen deutschsprachigen Trennmuster veröffentlicht. Sie können mit babel und hyphsubst verwendet werden.

BibDesk 1.3.21 ist veröffentlicht worden und kann von der neugestalteten Projekt-Homepage heruntergeladen werden. Auf Sourceforge gibt es nun auch ein BibDesk-Wiki.

Zum registerhaltigen Satz gibt es das neue Paket grid von River Valley Technologies. Es dient speziell zum Abgleichen bei zweispaltigen Layouts und ist „noch sehr am Anfang“. Markus Kohm hatte schon vor einiger Zeit gridset veröffentlicht (ohne Support).

Auf ein schönes neues Tool weist Joseph Wright hin: Daniel Kirsch hat eine interaktive Webanwendung geschrieben, mit der man (La)TeX-Symbole auffinden kann. Man zeichnet mit der Maus im Browser das Zeichen, das man setzen möchte, in groben Zügen in ein Feld, und das im Hintergrund werkelnde Skript schlägt daraufhin ein oder mehrere (La)TeX-Symbole vor, auf die man zurückgreifen kann. Es heißt, das System werde umso besser, je öfter es benutzt werde, es sei also „lernfähig“. Eine schöne und geniale Alternative zu Scott Pakins Comprehensive LaTeX symbol list

Die TeXnische Komödie DTK 2/2009 wurde zu Beginn des Monats Juni an die Mitglieder von DANTE versandt. Die Beiträge drehen sich diesmal vorwiegend um die Neuerungen, die in der letzten Ausgabe von TeX Live eingetreten sind. Da sich insoweit nicht viel ändern wird, gelten sie auch für TeX Live 2009. Norbert Preining beschreibt ausführlich den Installer und den TeX Live Manager. Rolf Niepraschk schreibt über die Installation von TeX Live unter Linux. Und Stefan Kottwitz beschreibt die Installation von Ubuntu Linux auf einem Asus Eee PC S101 als Dual-Boot-System: Der Pinguin muß sich dabei die Festplatte mit Windows XP teilen. Sebastian Krüger faßt die vorhergehende DANTE-Tagung in Wien zusammen, und Herbert Voß beschreibt, wie man Farbabbildungen in Graustufen wandeln kann. Uwe Ziegenhagen stellt die derzeit verfügbaren Ansätze vor, um Wörter in LaTeX-Dokumenten zu zählen.

Leider war bei der Herstellung der Zeitschrift ein Malheur passiert: Versehentlich wurde mein Beitrag zu den neuen Paketen auf CTAN aus der vorhergehenden Ausgabe erneut gedruckt. Es soll aber nichts verlorengehen: Die Übersicht über die seit der DTK 1/2009 auf CTAN neu hinzugekommenen Pakete wird in der nächsten Ausgabe nachgereicht.

Zum Schluß wieder ein Hinweis in eigener Sache. In c’t 14/2009 habe ich auf Seite 59 die Oberfläche SimpleTeX4ht von Yves Gesnel kurz vorgestellt.