Linotype: The Film

Slanted weist auf einen neuen Dokumentarfilm für alle hin, die sich für die Geschichte der Typographie und des Druckwesens interessieren: Linotype: The Film handelt von der Linotype-Setzmaschine. Die Weltpremiere wird am 3. Februar 2012 in New York stattfinden. Näheres ist auf der Website zu dem Film zu erfahren, der später auch nach Deutschland kommen soll. Hier ist der Trailer:

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Victor Eijkhout: The Computer Science of TeX and LaTeX

Victor Eijkhout hat die Materialien, die er zu seinem Kurs „The Computer Science of TeX and LaTeX“ im Herbst 2004 an der University of Texas at Austin erstellt hatte, wieder auf seiner privaten Website zum Herunterladen bereitgestellt. Eine gedruckte Fassung des über 230 Seiten langen Dokuments kann bei lulu.com bezogen werden.

Via comp.text.tex. Message-ID: 1kdiq2c.19f2zwmpkz0cgN%see@sig.for.address. 8. Januar 2012.

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Neues über die „BibTeX-Kultur“

Die TIB/UB Hannover hat gerade eine Online-Umfrage zur Verbreitung und Nutzung von Literaturverrwaltungssystemen abgeschlossen. Teilnehmen konnten alle, die von der Umfrage erfahren hatten, also nicht nur die Benutzer der Bibliothek. Es gingen etwa 1000 Antworten ein. Ein Hinweis darauf war u. a. auch in de.comp.text.tex gepostet worden. Lambert Heller hat die Ergebnisse der Umfrage heute zusammengefaßt. Sie erlauben ein Blitzlicht auf die derzeitige Nutzung von BibTeX im wissenschaftlichen Betrieb:

  • Fast 80 Prozent der Befragten arbeiten unter Microsoft Windows, je etwa 10 Prozent unter Linux und Apple Macintosh.
  • 35 Prozent haben schon einmal von BibTeX gehört, aber nur 19 Prozent verwenden es für die wissenschaftliche Arbeit. Führend ist hier Citavi, das von 28 Prozent benutzt wird, während 25 Prozent Zotero verwenden.
  • Nach Fächern aufgegliedert, ist BibTeX unter Ingenieuren und Naturwissenschaftlern genauso beliebt wie Citavi, das allgemein führend ist. Häufig wird in diesen Gruppen auch JabRef verwendet (9 Prozent aller Befragten insgesamt). Mendeley setzen 15 Prozent aller Befragten ein. Die Naturwissenschaftler sind mit BibTeX sogar noch etwas besser vertraut als die Ingenieure, bei denen Citavi und BibTeX etwa gleich häufig verwendet wird. Sie greifen aber etwa gleichviel auch zum Quellenmanager von Microsoft Word, der „in anderen Fächern (noch?) nahezu unbekannt ist“.
  • Die Möglichkeit, PDFs in der Literaturverwaltung verarbeiten zu können, fanden Naturwissenschaftler, von denen die meisten BibTeX-Benutzer sind, eher weniger interessant.
  • Die Naturwissenschaftler zeigen die geringste Neigung, an Online-Schulungen zum Thema Literaturverwaltung teilzunehmen – einen Umstand, den Lambert Heller auf die dort verbreitete „BibTeX-Kultur“ zurückführt: „… die meisten Befragten werden hier ohnehin bereits einen gewissen eigenen Lernaufwand hinter sich haben und daher kaum noch erwarten, viel Neues beigebracht zu bekommen.“ Immerhin: Ingenieure würden Präsenz-Schulungen an den Universitäten gegenüber Online-Schulungen bevorzugen.
  • Obwohl viele Teilnehmer an der Umfrage es begrüßen würden, wenn an den Hochschulen mehr freie Software zum Einsatz käme, sind die meisten der Ansicht, die Universitäten sollten Campus-Lizenzen bereitstellen.

Man sieht, daß es BibTeX schwer hat, außerhalb der Natur- und Ingenieurwissenschaften Fuß zu fassen, wobei ein Blick in die Auswertung der Umfrage zeigt, daß hier die Mathematiker mit den Naturwissenschaftlern eine gemeinsame Gruppe bildeten. Schade ist auch, daß die vorzügliche Plattform BibSonomy anscheinend so wenig genutzt wird, daß sie hier keine Erwähnung findet. Kritisch wäre anzumerken, daß sowohl Zotero als auch Mendeley das Format BibTeX verarbeiten können, so daß es interessant gewesen wäre zu erfahren, wie die damit gesammelten Daten von den Benutzern weiter verarbeitet werden.

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Neues von BibSonomy

Die Literaturverwaltungsplattform BibSonomy benutze ich nun bereits seit einem Jahr[1] fast täglich, um meine Fundstücke aus dem Web – URLs und Literatur – zu sammeln und weiterzugeben. Alle Inhalte können von TeX-Anwendern leicht weitergenutzt werden, denn BibSonomy kann sehr gut mit BibTeX umgehen. Zum Import von Daten aus Bibliothekskatalogen verwende ich weiterhin[2] Hebis, ansonsten die Bookmarklets, die zuverlässig in Firefox, Google Chrome und Safari funktionieren. Damit kann man auch URLs beim Surfen an das Portal schicken.

Daneben gibt es nun zwei weitere Möglichkeiten zum vereinfachten Datenimport. Seit November 2011 kann man Veröffentlichungen auch über deren ISBN, ISSN oder DOI eintragen. Die restlichen Datenfelder werden von BibSonomy automatisch ausgefüllt. Außerdem bietet BibSonomy den Datenimport über sogenannte Scraper aus einer Reihe von wissenschaftlichen Datenbanken an, aber auch aus allgemeinen Katalogen wie Amazon.com, LibraryThing und Google Books.

Die COinS-Integration von Wikipedia wird von BibSonomy leider nicht unterstützt; wer sie nutzen möchte, muß Zotero verwenden, eine Lösung, für deren Gebrauch man mittlerweile nicht mehr auf einen Firefox-Browser angewiesen ist. Standalone Zotero ist zwar noch in der Betaphase, funktioniert aber mit dem Zotero Connector auch mit Google Chrome und Apple Safari schon recht gut auf dem Mac.

Zurück zu BibSonomy: Nach sieben Jahren steht dem Portal ein Facelift bevor. Die ersten Entwürfe zum neuen Webdesign wurden gerade im Blog vorgestellt. Um Meinungen der Benutzer wird gebeten.

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Neuerscheinung über Hermann Zapf

Typophile berichtet über eine Neuerscheinung zu Leben und Werk von Hermann Zapf:

Rick Cusick: What our lettering needs: The contribution of Hermann Zapf
to calligraphy & type design at Hallmark Cards. Rochester, N.Y. RIT Cary
Graphic Arts Press. 2011. ISBN 9781933360553.

Der Autor und Buchgestalter Rick Cusick hatte das Buchprojekt bereits vor zehn Jahren beim Zapfest mit Hermann Zapf selbst besprochen. Es handelt von dessen Zeit bei dem Grußkartenhersteller Hallmark Cards in den Jahren 1966–1972, für den Zapf mehrere Schriften entwarf (Hallmark Textura, Hallmark Uncial, Hallmark Missouri, Crown Roman), was er in seinen Erinnerungen Alphabetgeschichten auf den Seiten 54 ff. erwähnt. Jill Bell schreibt in Typophile, es sei „ein sehr schönes Buch“ geworden, Cusick sei ein „wunderbarer Designer, der das Buch auch selbst gestaltet“ habe, und es sei voll von vergnüglichen Anekdoten und zahlreichen bis dahin weitgehend unbekannten Arbeiten Zapfs.

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Papierschöpfen

Wenn es auch heutzutage für viele Zwecke bis hin zum Erstellen von Favicons genutzt wird, so war TeX doch zuerst zum Setzen von Drucksachen entwickelt worden, also für papiergebundene Werke. Die Deutsche Welle zeigt in einem Bericht, wie Gangolf Ulbricht wertvolles Papier schöpft. Ein altes Handwerk, das nur wenige beherrschen. Derzeit ist er mit der Restauration von Büchern aus der Weimarer Anna-Amalia-Bibliothek beschäftigt. Ein sehenswerter Beitrag für die Liebhaber schöner Bücher.

(Via VÖBBLOG/Jürgen Plieninger.)

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Emacs auf dem Mac

Als ich 2007 nach acht Jahren von Windows 98 SE (und dem NT-Emacs) auf den Mac umstieg, war der Carbon Emacs einer von mehreren verfügbaren Emacs-Ports, die damals in Frage kamen. Das letzte Blitzlicht auf die Szene gab Henrik Grotjahn in seinem Blogbeitrag über Die Emacssituation unter Mac OS X aus dem April 2010. Schon aus dieser Zusammenfassung war ersichtlich, daß viele diesbezügliche Projekte auf- und meist schnell wieder zugemacht worden waren, und daß das Angebot kleiner geworden ist.

Seiji Zenitani hatte bereits 2010 angekündigt, seinen Carbon-Port, mit dem ich immer noch arbeite, nicht mehr weiter zu pflegen; die Mailingliste werde nur noch bis zum Ende des Jahres 2011 zur Verfügung stehen. Weshalb ich mit dem Gegenprojekt Aquamacs nicht glücklich werde, hatte ich schon mehrmals erwähnt. Daran hat sich seitdem nichts geändert. Alles, was ich damals schrieb, gilt auch für die neueste Version von Aquamacs. Der Charme beider Anwendungen liegt darin, daß es sich bei ihnen um Emacs-Distributionen handelt, bei denen viele nützliche Zusatzpakete, unter anderem auch das zum TeXen unverzichtbare AUCTeX, schon vorinstalliert sind.

Auf der Emacs-devel-Liste wird seit dem 12. Dezember 2011 über die Entwicklung der Mac-Portierung diskutiert, und dabei fällt vor allem auf, daß es auf dem Mac weiterhin einen Rückstand gegenüber den übrigen Emacs-Varianten gibt. Wer auf dem aktuellen Stand sein möchte, muß sich derzeit seinen Emacs selbst kompilieren und sich dabei entweder für den NextStep-Port oder für die X11-Version entscheiden. Wie man das macht, hatte ich vor einem Jahr in diesen Video-Tutorial gezeigt:

AUCTeX und alle übrigen Beigaben sind hier natürlich noch zu ergänzen, sie sind weiterhin nicht Teil von GNU Emacs – warum eigentlich nicht? Ob man mit dieser selbstgedrehten Lösung glücklich wird, ist eine andere Frage, denn beide Versionen sind nicht nahtlos in das System eingebunden, beispielsweise verwenden sie nicht den systemeigenen Dialog zum Öffnen und zum Speichern von Dateien. Will man mit so einem Fremdkörper leben, kann man damit produktiv und angenehm arbeiten? Die Frage muß jeder für sich beantworten.

Die Emacs-Entwicklung ist damit zum eigentlichen Sorgenkind beim TeXen auf dem Mac geworden. Während MacTeX dank engagierter Entwickler die Installation von TeX & Friends so einfach gemacht hat wie noch nie zuvor, wird der ernsthafte Anwender, der einen leistungsfähigen Editor wie den Emacs gewöhnt ist, es schwerer haben, eine brauchbare Lösung für seine Zwecke zu finden. Denn die Fallhöhe von Emacs/AUCTeX/RefTeX zu TeXShop und BibDesk ist denn doch ziemlich ernüchternd.

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Bewegung zum Jahresende

Zum Jahresende zeigt sich die TeX-Gemeinde in mehrfacher Hinsicht in Bewegung.

Aufgrund einer Bitte von Red Hat hat Karl Berry 19 Pakete in TeX Live 2011 hinsichtlich ihrer Lizenzen überprüft, weil diese als non-free eingestuft worden waren. Der Linux-Distributor hat außerdem eine längliche Liste überreicht, in der die Lizenzangaben berichtigt werden sollten. Red Hat sehe sich ansonsten nicht in der Lage, TeX Live 2011 als eigenes Paket für Fedora zu verteilen. In den Fällen, in denen die Paket-Maintainer auf Karls Anfrage hin Korrekturen der Lizenzbestimmungen bereitgestellt haben, sind diese bereits über die laufenden Updates in die Distribution eingeflossen. Es hat sich dabei erneut gezeigt, daß es mitunter nicht mehr ohne weiteres möglich ist, Paketmaintainer in solchen Fällen persönlich anzuschreiben, weil die bekannten Kontaktadressen nicht mehr stimmen. Probleme gibt es beispielsweise auch mit dem Paket euro-ce. Die Pakete fltpage, russ, latex-tipps-und-tricks und kalender wurden wegen fehlender oder wegen mangelhafter Lizenzangaben aus TeX Live 2011 entfernt.

Die Plattform TeXample.net hat seit vorgestern einen neuen Maintainer. Kjell Magne Fauske hat sie an Stefan Kottwitz übergeben. Die Website besteht in der heutigen Form seit 2008. Sie war ursprünglich rund um eine Sammlung von Beispielen für die Grafikpakete PGF/TikZ aufgebaut worden, welche schon seit 2006 online ist. Sehr praktisch ist der Community Aggregator, der viele englischsprachige Blogs zu TeX & Friends an einem Ort versammelt. Damit war TeXample.net der erste Blog-Planet zu TeX und Vorbild für planet.dante.de. Stefan Kottwitz bloggt über Typographie mit TeX und LaTeX auf seinem TeXblog, dessen Beiträge auch teilweise in die LaTeX Community übernommen werden. Außerdem ist er Moderator beim TeX/LaTeX Stack Exchange. Kjell Magne Fauske schreibt, mittlerweile benutze er TeX nicht mehr täglich, deshalb habe er schon seit Anfang letzten Jahres nicht mehr an der Website gearbeitet. Nun tut sich wieder etwas auf der Plattform. So ist TeXample nun auch auf Twitter verfügbar als @TeXgallery.

Christoph Bier hat bekanntgegeben, daß er sein Blog zvisionwelt.de Ende Januar 2012 schließen und zur weiteren Verteilung seiner Anleitung typokurz ausschließlich auf soziale Netzwerke setzen werde. Ankündigungen zu typokurz, worin wichtige typographische Regeln zusammengefaßt sind, werden fortan auf Google+ gepostet, wo Christoph Bier auch künftig für Anregungen erreichbar sein wird. Die nächste Version der Anleitung werde wahrscheinlich über Dropbox oder über Minus.com verteilt.

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TUG 2011 in Kerala III

River Valley TV hat damit begonnen, die Aufzeichnungen der Vorträge bei der gerade durchgeführten TUG 2011 in Kerala online zu stellen, darunter u. a. das Referat von CV Radhakrishnan über TeX4ht sowie den Vortrag von Frank Mittelbach über den aktuellen Stand von LaTeX3. Weitere Beiträge folgen. Die Seite beginnt mit einer Slideshow mit Impressionen von der Tagung.

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Porträt Friedrich Forssman

In der Juli-Ausgabe von „Literaturen“ gab es ein Porträt von Friedrich Forssmann (F./de Jong: Detailtypographie; F./Willberg: Lesetypographie; F./Willberg: Erste Hilfe in Typographie), das nun auch online zu lesen ist.

Via Arno-Schmidt-Mailingliste.

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